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| author | Eugen Wissner <belka@caraus.de> | 2025-11-05 09:33:23 +0100 |
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Analyse der Ballade -teaser: - <p> - Es geht in der Ballade „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe, die - im Jahr 1797 erschienen ist, um einen Hexenmeister, der einmal irgendwohin - weggegangen ist und seinen Lehrling allein ließ. Der Zauberlehrling wollte seine - Macht und seinen Zauber ausprobieren und Geister im Haus steuern. Von - seinem Meister konnte er die Wörter, mit denen er diese Geister rufen könnte. - Mit Geistesstärke hat der Zauberlehrling einen Besen lebendig gemacht. Um ein - Wunder zu tun, wurde dem Besen befohlen, auf zwei Beinen zu stehen, die - schlechten Lumpenhüllen zu nehmen und ein Becken voll mit Wasser zu füllen. Der - Besen musste als Knecht dienen, zu einer Fluss laufen und Wasser bringen. - </p> ---- -\subsection{Textzusammenfassung} - -Es geht in der Ballade „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe, die -im Jahr 1797 erschienen ist, um einen Hexenmeister, der einmal irgendwohin -weggegangen ist und seinen Lehrling allein ließ. Der Zauberlehrling wollte seine -Macht und seinen Zauber ausprobieren und Geister im Haus steuern. Von -seinem Meister konnte er die Wörter, mit denen er diese Geister rufen könnte. -Mit Geistesstärke hat der Zauberlehrling einen Besen lebendig gemacht. Um ein -Wunder zu tun, wurde dem Besen befohlen, auf zwei Beinen zu stehen, die -schlechten Lumpenhüllen zu nehmen und ein Becken voll mit Wasser zu füllen. Der -Besen musste als Knecht dienen, zu einer Fluss laufen und Wasser bringen. - -Der Besen führte seine Aufgabe so behände aus, dass das seinen „Wirt“ wunderte. -Als das Ziel erreicht wurde, sagte der Zauberlehrling seinem Knecht, dass alles, -was nötig gewesen war, jetzt gemacht ist. Und er merkte gleich, dass er die -Wörter vergessen hat, mit denen er den Besen zum vorherigen Zustand hätte machen -können, und der Besen setzte fort, das Wasser zu tragen, bis das Wasser auf den -Zauberlehrling aufstürzte und das Haus angefangen hat, zu ersaufen. - -Das Haus wurde immer mehr mit Wasser gefüllt. Der Zauberlehrling war wütend und -schrie dem Besen davor, aber es war umsonst, weil der Besen nicht hören wollte. -Der Zauberlehrling hat gesagt, dass er den Besen fassen und halten will. Dann -hat der Zauberlehrling ein scharfes Beil genommen, sich auf den Besen geworfen -und ihn damit gespaltet. Sein Feind war entzwei, und der Lehrling hörte auf -sich Sorgen um ihn zu machen. - -Plötzlich sind die beiden Teile doch aufgestanden und trugen schon das Wasser zu -zweit und selbstverständlich noch schneller. Der Zauberlehrling wusste überhaupt -nicht, was er in dieser Situation machen könnte und fing an, den Meister zu -rufen. Endlich kam der erwartete Meister, den der Zauberlehrling bat zu helfen. -Der Meister hat den Besen rasch in die Ecke geschickt und gesagt, dass der -Meister für das Spiel mit Geistern zunächst gerufen werden soll. - -\subsection{Formaler Aufbau} - -Die Ballade besteht aus 14 Strophen. Jede zweite hat ein anderes Reimschema als -die anderen und ist einem Refrein ähnlich. Das sieht folgendermaßen aus: - -\begin{tabular}{l r} - Hat der alte Hexenmeister & a\\ - Sich doch einmal wegbegeben! & b\\ - Und nun sollen seine Geister & a\\ - Auch nach meinem Willen leben. & b\\ - Seine Wort und Werke & c\\ - Merkt ich, und den Brauch, & d\\ - Und mit Geistesstärke & c\\ - Tu ich Wunder auch. & d\\ - \ & \\ - - Walle! walle & e\\ - Manche Strecke, & f\\ - Daß, zum Zwecke, & f\\ - Wasser fließe, & g\\ - Und mit reichem vollem Schwalle & e\\ - Zu dem Bade sich ergieße. & g -\end{tabular} - -Ungerade Strophen bestehen aus 8 Versen, die mit Kreuzreim verbunden sind. -Gerade Strophen haben nur 6 Verse mit Reim e-f-f-g-e-g. Das Versmaß ist -Trochäus. - -Die Sätze sind meistens kurz und sind oft koordinierend verbunden, was für Leser -leicht zu verstehen ist, trotzdem sind viele Wörter vorhanden, die heute -schwierig zu kapieren sind. - -\subsubsection{Stilmittel} - -Personifikation in dieser Ballade ist der lebendige Besen, der zwar nicht -richtig denken kann, aber kann sich bewegen, Befehle ausführen. Ich würde sagen, -dass das Holz die Rolle von Menschen spielt, weil nachdem sie gespaltet worden -waren, konnten die beiden Teilen handeln. Zum Besen werden viele menschliche -Eigenschaften verwendet: böse, verrucht; er kann Knecht sein, steht auf zwei -Beinen und hat einen Kopf oben. Das Wasser kann auch als Personifikation -verstanden sein. - -Es gibt eine Antithese in der zwölften Strophe: Knechte — Mächte. - -Die Parabel sind hundert Flüsse, die auf den Zauberlehrling aufstürzen. - -Ein Zauberlehrling, ein Hexenmeister und die Geister, von denen eine Sache -lebendig werden kann, können im realen Leben kaum existieren, also sind sie -Metaphern. - -Behende würde man mit „ä“ schreiben (behände). Das ist ein Archaismus. - -\subsection{Analysieren des Inhalts der Ballade} - -\subsubsection{Der Titel und das Thema der Ballade} - -Der Titel der Ballade bezieht sich auf die Hauptperson, den Zauberlehrling. - -Das Thema: mit dem Werk wollte der Autor zeigen, wie wichtig die Rolle von -Lehrer bzw.\ guter Regierung im Leben ist. - -\subsubsection{Gliederung} - -Die Ballade wird mit einem Vorwort angefangen, in dem der Leser in die -beschriebene Situation eingeführt (Weggang des Meisters) und mit handelnden -Personen (mit dem Zauberlehrling und den Geistern) bekanntgemacht wird. Das -sind die ersten vier Verse. - -Dann entwickelt sich die Geschichte, bis der Zauberlehrling gemerkt hat, das er -ein wichtiges Wort vergessen hat. - -Danach stellt sich das Problem. Das Geschehene wird total geändert und wendet -sich gegen den Zauberlehrling. - -Als nächstes kommt die Kulmination. Die Hauptfigur sucht einen Ausgang und -greift das Beil. Der alte Besen ist gespalten und der Zauberlehrling denkt, -dass er den Sieg errungen hat. Die Spannung fällt ab. Aber kurz nachher hat der -Lehrling schon „zwei Probleme“ statt einem. Man beobachtet kurz neue Entwicklung -des Erzählten. Die Spannung nimmt wieder zu. - -Die vier letzten Verse der vorletzten Strophe sind schon die Lösung, denn -endlich kommt der Meister. - -Die letzte Strophe kann man zum Nachwort zählen, da der alte Hexenmeister sagt, -was man machen sollen hätte. - -\subsubsection{Typisierung der handelnden Personen} - -<i>Den Hexenmeister</i> begegnet man nur am Anfang und am Ende. Am Anfang -erwähnt der Autor ihn nur. Am Ende zieht er die Schlussfolgerung. Der Meister -scheint nicht böse zu sein, er fühlt sich sicher, ist ruhig und hat -ausgezeichnete Kenntnisse, kennt seine Arbeit sehr gut. - -Der Zauberlehrling ist, wie bereits erwähnt, die Hauptperson. Er benimmt sich -wie ein Jugendlicher oder ein Kind. Er ist ungehorsam und verwegen, will mit dem -Feuer spielen, ohne bevor nachzudenken. Der Lehrling wollte, dass alle (z.B. der -Besen) ihn hören und selber macht schlimme Sachen ohne Erlaubnis. Er kriegt sehr -schnell Ärger, wird wütend und kann sich nicht kontrollieren (greift das Beil). -Nur wenn es keine andere Wahl gibt, trifft der Zauberlehrling vernünftige -Entscheidung — ruft seinen erfahrenen Meister. - -<i>Der Besen</i> macht alles unbewusst. Er ist von den Geistern des Meisters -gesteuert. <i>Den Geistern</i> ist egal, wen zu hören. Sie sind brav, sogar wenn -dass unnötig und schädlich ist, haben keinen Willen und können ohne guten Chef -alles vor sich zerstören. - -\subsection{Interpretation} - -Die Ballade wurde das erste Mal im von Friedrich Schiller herausgegebenen -„Musen-Almanach“ für das Jahr 1798 erschienen. Die Geschichte, die in der -Goethes „Der Zauberlehrling“ erzählt wurde, ist nicht neu. Vermutlich wurde -ein Teil aus „Der Lügenfreund oder der Ungläubige“ vom griechischen Dichter -Lukian von Samosata genommen, ergänzt bzw.\ verändert und umgeschrieben. -Die Stelle, die als ein Muster dienen könnte, lautet folgendermaßen: - -\begin{quote} -Endlich fand ich doch einmal Gelegenheit, mich in einem dunkeln Winkel -verborgen zu halten und die Zauberformel, die er dazu gebrauchte, -aufzuschnappen, indem sie nur aus drei Silben bestand. Er ging darauf, ohne mich -gewahr zu werden, auf den Marktplatz, nachdem er dem Stößel befohlen hatte, was -zu tun sei. Den folgenden Tag, da er geschäftehalber ausgegangen war, nehm' ich -den Stößel, kleide ihn an, spreche die besagten drei Silben und befehle ihm, -Wasser zu holen. Sogleich bringt er mir einen großen Krug voll. Gut, sprach ich, -ich brauche kein Wasser mehr, werde wieder zum Stößel! Aber er kehrte sich nicht -an meine Reden, sondern fuhr fort, Wasser zu tragen, und trug so lange, daß -endlich das ganze Haus damit angefüllt war. Mir fing an, bange zu werden, -Pankrates, wenn er zurückkäme, möcht' es übelnehmen — wie es dann auch -geschah -, und weil ich mir nicht anders zu helfen wußte, nahm ich eine Axt un -hieb den Stößel mitten entzwei. Aber da hatte ich es übel getroffen; denn nun -packte jede Hälfte einen Krug an und holte Wasser, so daß ich für einen -wasserträger nun ehrer zwei hatte. Inmittelst kommt mein Pankrates zurück, und -wie er sieht, was passiert war, gibt er ihnen ihre vorige Gestalt wieder; er -selbst aber machte sich heimlich aus dem Staube, und ich habe ihn nie wieder -gesehen.\footcite{moritz:balladen} -\end{quote} - -Im Jahr 1940 Walt Disney machte aus der Goethes Ballade einen Zeichentrickfilm -mit Micky Maus. - -Wer Erzähler ist, ist ein bisschen unklar. Er scheint der Zauberlehrling selber -zu sein. Aber er muss dann allein mit Geistern und dem Besen zu Hause sein, -trotzdem wendet er sich in der fünften Strophe an jemanden noch: „<i>Seht</i>, -er läuft zum Ufer nieder…“ (Herv. — Eugen Wissner). In der nächsten Strophe -sagt der Zauberlehrling: „Stehe! Stehe! Denn <i>wir</i> haben deiner Gaben -vollgemessen!…“ (Herv. — Eugen Wissner). Die erste Stelle kann man verstehen -als Anrede an Leser; die zweite ist Ruf nicht nur vom Autor, sondern von anderen -Menschen auch. Die letzte Strophe in der Ballade spricht der Hexenmeister aus -und sie sind von Goethe in Anführungszeichen gesetzt. Fast alles ist in Präsens -geschrieben, folglich ist das Gegenwart. - -Die Ballade hat die ewige Bedeutung für Menschheit, da sie Probleme beschreibt, -die mit menschlicher Psychologie zu tun haben und deshalb waren immer -vorhanden, sind zur Zeit vorhanden und werden noch vorhanden sein. Das Werk ist -mit Ereignissen der Zeit verbunden, in der Goethe gelebt hat, aber die Geschichte -wiederholt sich wegen der schon erwähnten menschlichen Psychologie. - -Der Meister ist als „der alte Hexenmeister“ bezeichnet. Das Wort „alt“ bezieht -sich nicht auf sein Alter, sondern auf seine Erfahrung. Das ist also ein guter -Lehrer, der vielleicht schon alles im Leben gesehen hat. Sein Lehrling ist -kindisch.\footnote{Vgl.: Typisierung der handelnden Personen.} Er will prahlen und seine -Kenntnisse zeigen, die er vielleicht noch nicht hat, obwohl der berühmteste Satz -von einem der weisesten Männer antikes Griechenlands, Sokrates, lehrt darüber, -was man an sein Wissen immer denken sollte: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. -Der Lehrling hat nicht vor, seinen Meister um Rat zu fragen sondern ruft die -Geister, die er wahrscheinlich überhaupt nicht kennt, ruft irgendwelche fremde -Geister, die im helfen müssten, ein Wunder zu machen. Das ist vergleichbar mit -Ereignissen in der Geschichte von Israel, denen man zahlreich in der Heiligen -Schrift begegnen kann. Als Mose weggegangen ist, um das Gottesgesetz (zehn -Gebote) von dem Berge zu holen, bat das Volk Aaron einen anderen Gott für sie -zu machen. Aaron sammelte die goldenen Ohrringe „und bildete das Gold in einer -Form und machte ein gegossenes Kalb. Und sie sprachen: Das ist dein Gott, -Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat!“ (2. Mose 32). -Als Mose zurückkam, zerbrach er Tafeln unten am Berg. Zorn wurde über die -Israeliten entbrannt und der Zauberlehrling wird auch bestraft. - -Die Situation scheint zunächst lustig zu sein. Der Lehrling ist zufrieden, kann -sich gönnen zu faulenzen, da der Besen alle Arbeiten ausführt und Spaß für -seinen Wirt machen kann. Aber ein paar Verse später gehorcht der Besen nicht -mehr und macht seine Arbeit, die am Anfang so nützlich schien, weiter. Der -Lehrling versucht erstmal den Besen und die Geister mit Wörtern zur Ruhe zu -bringen. Wenn das nicht gelingt, greift er zu den Waffen. Dem wird bange. Aber -mit allen seinen Handlungen macht der Lehrling nur schlimmer. Mit der Waffe -kann ein Problem nicht gelöst werden. Und endlich, wenn fast alles mit dem -Wasser voll ist, und es gibt keine andere Chance sich zu retten, versteht der -Lehrling, dass er zu schwach ist, und ruft den Meister. Der alte Hexenmeister -hört ihn im Unterschied zu den Geistern. - -Es passiert, dass Lehrlinge um ihre Lehrer klagen, weil sie nicht alles -verstehen können und schließlich gegen sie gehen. Das Gleiche kann in einer -Familie betrachtet werden, wenn man die Eltern für die Lehrer und die Kinder für -die Lehrlinge hält. Zwischen Kindern und Eltern ist eines der häufigsten -Probleme, das sowohl in der russischen als auch in der deutschen Literatur -behandelt wird. Einem fremden Menschen ist oft leichter zuzuhören, als den -Menschen, die in der Nähe von uns sind und die uns sogar lieben, wenn wir das -nicht verstehen. - -Die Ebene, auf der die Ballade betrachtet werden kann, kann immer breiter -werden. Das kann ganz persönlich sein, eine Familie. Das kann eine Gesellschaft -sein, wie z.B. Schule, Universität o.Ä. Das kann aber auch geschichtlich auf das -ganze Volk bezogen sein und dann auf die ganze Welt, z.B. französische -Revolution. Damals versuchten ganz viele Menschen zunächst in einem Land, dann -in ganz Europa, auf ihre alten Ideale, alten Traditionen verzichten und nur sich -selbst und ihrer Vernunft zu vertrauen. Egozentrismus ist die Idee der -Aufklärung. Da bringt aber noch lange Zeit nichts, weil nichts in Herzen -verändert ist. Der König und viele Adlige wurden getötet und andere Räuber haben -Macht bekommen aber viele verhungern immer noch. Man muss nach Besserem streben, -aber sehr vorsichtig und ohne Eile, sonst können noch weitere Probleme -entstehen. Das ist die Idee der Ballade. - -% Erstelldatum: 19.02.2010 |
