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authorEugen Wissner <belka@caraus.de>2025-11-05 09:33:23 +0100
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+++ /dev/null
@@ -1,13 +0,0 @@
----
-layout: post
-date: 2011-12-21 21:00:00
-tags: Aufzeichnungen eines Pessimisten
-title: Das Geld zum Leben
-teaser: |
- <p>
- Die Anzahl der Lebenstage ähnelt sich dem Geld: Es ist niemals genug, obwohl
- beides nichts wert ist.
- </p>
----
-Die Anzahl der Lebenstage ähnelt sich dem Geld: Es ist niemals genug, obwohl
-beides nichts wert ist.
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----
-layout: post
-date: 2011-09-01 23:20:00
-tags: Aufsatz
-title: „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe. Teil 3. Analyse der Ballade
-teaser:
- <p>
- Es geht in der Ballade „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe, die
- im Jahr 1797 erschienen ist, um einen Hexenmeister, der einmal irgendwohin
- weggegangen ist und seinen Lehrling allein ließ. Der Zauberlehrling wollte seine
- Macht und seinen Zauber ausprobieren und Geister im Haus steuern. Von
- seinem Meister konnte er die Wörter, mit denen er diese Geister rufen könnte.
- Mit Geistesstärke hat der Zauberlehrling einen Besen lebendig gemacht. Um ein
- Wunder zu tun, wurde dem Besen befohlen, auf zwei Beinen zu stehen, die
- schlechten Lumpenhüllen zu nehmen und ein Becken voll mit Wasser zu füllen. Der
- Besen musste als Knecht dienen, zu einer Fluss laufen und Wasser bringen.
- </p>
----
-\subsection{Textzusammenfassung}
-
-Es geht in der Ballade „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe, die
-im Jahr 1797 erschienen ist, um einen Hexenmeister, der einmal irgendwohin
-weggegangen ist und seinen Lehrling allein ließ. Der Zauberlehrling wollte seine
-Macht und seinen Zauber ausprobieren und Geister im Haus steuern. Von
-seinem Meister konnte er die Wörter, mit denen er diese Geister rufen könnte.
-Mit Geistesstärke hat der Zauberlehrling einen Besen lebendig gemacht. Um ein
-Wunder zu tun, wurde dem Besen befohlen, auf zwei Beinen zu stehen, die
-schlechten Lumpenhüllen zu nehmen und ein Becken voll mit Wasser zu füllen. Der
-Besen musste als Knecht dienen, zu einer Fluss laufen und Wasser bringen.
-
-Der Besen führte seine Aufgabe so behände aus, dass das seinen „Wirt“ wunderte.
-Als das Ziel erreicht wurde, sagte der Zauberlehrling seinem Knecht, dass alles,
-was nötig gewesen war, jetzt gemacht ist. Und er merkte gleich, dass er die
-Wörter vergessen hat, mit denen er den Besen zum vorherigen Zustand hätte machen
-können, und der Besen setzte fort, das Wasser zu tragen, bis das Wasser auf den
-Zauberlehrling aufstürzte und das Haus angefangen hat, zu ersaufen.
-
-Das Haus wurde immer mehr mit Wasser gefüllt. Der Zauberlehrling war wütend und
-schrie dem Besen davor, aber es war umsonst, weil der Besen nicht hören wollte.
-Der Zauberlehrling hat gesagt, dass er den Besen fassen und halten will. Dann
-hat der Zauberlehrling ein scharfes Beil genommen, sich auf den Besen geworfen
-und ihn damit gespaltet. Sein Feind war entzwei, und der Lehrling hörte auf
-sich Sorgen um ihn zu machen.
-
-Plötzlich sind die beiden Teile doch aufgestanden und trugen schon das Wasser zu
-zweit und selbstverständlich noch schneller. Der Zauberlehrling wusste überhaupt
-nicht, was er in dieser Situation machen könnte und fing an, den Meister zu
-rufen. Endlich kam der erwartete Meister, den der Zauberlehrling bat zu helfen.
-Der Meister hat den Besen rasch in die Ecke geschickt und gesagt, dass der
-Meister für das Spiel mit Geistern zunächst gerufen werden soll.
-
-\subsection{Formaler Aufbau}
-
-Die Ballade besteht aus 14 Strophen. Jede zweite hat ein anderes Reimschema als
-die anderen und ist einem Refrein ähnlich. Das sieht folgendermaßen aus:
-
-\begin{tabular}{l r}
- Hat der alte Hexenmeister & a\\
- Sich doch einmal wegbegeben! & b\\
- Und nun sollen seine Geister & a\\
- Auch nach meinem Willen leben. & b\\
- Seine Wort und Werke & c\\
- Merkt ich, und den Brauch, & d\\
- Und mit Geistesstärke & c\\
- Tu ich Wunder auch. & d\\
- \ & \\
-
- Walle! walle & e\\
- Manche Strecke, & f\\
- Daß, zum Zwecke, & f\\
- Wasser fließe, & g\\
- Und mit reichem vollem Schwalle & e\\
- Zu dem Bade sich ergieße. & g
-\end{tabular}
-
-Ungerade Strophen bestehen aus 8 Versen, die mit Kreuzreim verbunden sind.
-Gerade Strophen haben nur 6 Verse mit Reim e-f-f-g-e-g. Das Versmaß ist
-Trochäus.
-
-Die Sätze sind meistens kurz und sind oft koordinierend verbunden, was für Leser
-leicht zu verstehen ist, trotzdem sind viele Wörter vorhanden, die heute
-schwierig zu kapieren sind.
-
-\subsubsection{Stilmittel}
-
-Personifikation in dieser Ballade ist der lebendige Besen, der zwar nicht
-richtig denken kann, aber kann sich bewegen, Befehle ausführen. Ich würde sagen,
-dass das Holz die Rolle von Menschen spielt, weil nachdem sie gespaltet worden
-waren, konnten die beiden Teilen handeln. Zum Besen werden viele menschliche
-Eigenschaften verwendet: böse, verrucht; er kann Knecht sein, steht auf zwei
-Beinen und hat einen Kopf oben. Das Wasser kann auch als Personifikation
-verstanden sein.
-
-Es gibt eine Antithese in der zwölften Strophe: Knechte — Mächte.
-
-Die Parabel sind hundert Flüsse, die auf den Zauberlehrling aufstürzen.
-
-Ein Zauberlehrling, ein Hexenmeister und die Geister, von denen eine Sache
-lebendig werden kann, können im realen Leben kaum existieren, also sind sie
-Metaphern.
-
-Behende würde man mit „ä“ schreiben (behände). Das ist ein Archaismus.
-
-\subsection{Analysieren des Inhalts der Ballade}
-
-\subsubsection{Der Titel und das Thema der Ballade}
-
-Der Titel der Ballade bezieht sich auf die Hauptperson, den Zauberlehrling.
-
-Das Thema: mit dem Werk wollte der Autor zeigen, wie wichtig die Rolle von
-Lehrer bzw.\ guter Regierung im Leben ist.
-
-\subsubsection{Gliederung}
-
-Die Ballade wird mit einem Vorwort angefangen, in dem der Leser in die
-beschriebene Situation eingeführt (Weggang des Meisters) und mit handelnden
-Personen (mit dem Zauberlehrling und den Geistern) bekanntgemacht wird. Das
-sind die ersten vier Verse.
-
-Dann entwickelt sich die Geschichte, bis der Zauberlehrling gemerkt hat, das er
-ein wichtiges Wort vergessen hat.
-
-Danach stellt sich das Problem. Das Geschehene wird total geändert und wendet
-sich gegen den Zauberlehrling.
-
-Als nächstes kommt die Kulmination. Die Hauptfigur sucht einen Ausgang und
-greift das Beil. Der alte Besen ist gespalten und der Zauberlehrling denkt,
-dass er den Sieg errungen hat. Die Spannung fällt ab. Aber kurz nachher hat der
-Lehrling schon „zwei Probleme“ statt einem. Man beobachtet kurz neue Entwicklung
-des Erzählten. Die Spannung nimmt wieder zu.
-
-Die vier letzten Verse der vorletzten Strophe sind schon die Lösung, denn
-endlich kommt der Meister.
-
-Die letzte Strophe kann man zum Nachwort zählen, da der alte Hexenmeister sagt,
-was man machen sollen hätte.
-
-\subsubsection{Typisierung der handelnden Personen}
-
-<i>Den Hexenmeister</i> begegnet man nur am Anfang und am Ende. Am Anfang
-erwähnt der Autor ihn nur. Am Ende zieht er die Schlussfolgerung. Der Meister
-scheint nicht böse zu sein, er fühlt sich sicher, ist ruhig und hat
-ausgezeichnete Kenntnisse, kennt seine Arbeit sehr gut.
-
-Der Zauberlehrling ist, wie bereits erwähnt, die Hauptperson. Er benimmt sich
-wie ein Jugendlicher oder ein Kind. Er ist ungehorsam und verwegen, will mit dem
-Feuer spielen, ohne bevor nachzudenken. Der Lehrling wollte, dass alle (z.B. der
-Besen) ihn hören und selber macht schlimme Sachen ohne Erlaubnis. Er kriegt sehr
-schnell Ärger, wird wütend und kann sich nicht kontrollieren (greift das Beil).
-Nur wenn es keine andere Wahl gibt, trifft der Zauberlehrling vernünftige
-Entscheidung — ruft seinen erfahrenen Meister.
-
-<i>Der Besen</i> macht alles unbewusst. Er ist von den Geistern des Meisters
-gesteuert. <i>Den Geistern</i> ist egal, wen zu hören. Sie sind brav, sogar wenn
-dass unnötig und schädlich ist, haben keinen Willen und können ohne guten Chef
-alles vor sich zerstören.
-
-\subsection{Interpretation}
-
-Die Ballade wurde das erste Mal im von Friedrich Schiller herausgegebenen
-„Musen-Almanach“ für das Jahr 1798 erschienen. Die Geschichte, die in der
-Goethes „Der Zauberlehrling“ erzählt wurde, ist nicht neu. Vermutlich wurde
-ein Teil aus „Der Lügenfreund oder der Ungläubige“ vom griechischen Dichter
-Lukian von Samosata genommen, ergänzt bzw.\ verändert und umgeschrieben.
-Die Stelle, die als ein Muster dienen könnte, lautet folgendermaßen:
-
-\begin{quote}
-Endlich fand ich doch einmal Gelegenheit, mich in einem dunkeln Winkel
-verborgen zu halten und die Zauberformel, die er dazu gebrauchte,
-aufzuschnappen, indem sie nur aus drei Silben bestand. Er ging darauf, ohne mich
-gewahr zu werden, auf den Marktplatz, nachdem er dem Stößel befohlen hatte, was
-zu tun sei. Den folgenden Tag, da er geschäftehalber ausgegangen war, nehm' ich
-den Stößel, kleide ihn an, spreche die besagten drei Silben und befehle ihm,
-Wasser zu holen. Sogleich bringt er mir einen großen Krug voll. Gut, sprach ich,
-ich brauche kein Wasser mehr, werde wieder zum Stößel! Aber er kehrte sich nicht
-an meine Reden, sondern fuhr fort, Wasser zu tragen, und trug so lange, daß
-endlich das ganze Haus damit angefüllt war. Mir fing an, bange zu werden,
-Pankrates, wenn er zurückkäme, möcht' es übelnehmen — wie es dann auch
-geschah -, und weil ich mir nicht anders zu helfen wußte, nahm ich eine Axt un
-hieb den Stößel mitten entzwei. Aber da hatte ich es übel getroffen; denn nun
-packte jede Hälfte einen Krug an und holte Wasser, so daß ich für einen
-wasserträger nun ehrer zwei hatte. Inmittelst kommt mein Pankrates zurück, und
-wie er sieht, was passiert war, gibt er ihnen ihre vorige Gestalt wieder; er
-selbst aber machte sich heimlich aus dem Staube, und ich habe ihn nie wieder
-gesehen.\footcite{moritz:balladen}
-\end{quote}
-
-Im Jahr 1940 Walt Disney machte aus der Goethes Ballade einen Zeichentrickfilm
-mit Micky Maus.
-
-Wer Erzähler ist, ist ein bisschen unklar. Er scheint der Zauberlehrling selber
-zu sein. Aber er muss dann allein mit Geistern und dem Besen zu Hause sein,
-trotzdem wendet er sich in der fünften Strophe an jemanden noch: „<i>Seht</i>,
-er läuft zum Ufer nieder…“ (Herv. — Eugen Wissner). In der nächsten Strophe
-sagt der Zauberlehrling: „Stehe! Stehe! Denn <i>wir</i> haben deiner Gaben
-vollgemessen!…“ (Herv. — Eugen Wissner). Die erste Stelle kann man verstehen
-als Anrede an Leser; die zweite ist Ruf nicht nur vom Autor, sondern von anderen
-Menschen auch. Die letzte Strophe in der Ballade spricht der Hexenmeister aus
-und sie sind von Goethe in Anführungszeichen gesetzt. Fast alles ist in Präsens
-geschrieben, folglich ist das Gegenwart.
-
-Die Ballade hat die ewige Bedeutung für Menschheit, da sie Probleme beschreibt,
-die mit menschlicher Psychologie zu tun haben und deshalb waren immer
-vorhanden, sind zur Zeit vorhanden und werden noch vorhanden sein. Das Werk ist
-mit Ereignissen der Zeit verbunden, in der Goethe gelebt hat, aber die Geschichte
-wiederholt sich wegen der schon erwähnten menschlichen Psychologie.
-
-Der Meister ist als „der alte Hexenmeister“ bezeichnet. Das Wort „alt“ bezieht
-sich nicht auf sein Alter, sondern auf seine Erfahrung. Das ist also ein guter
-Lehrer, der vielleicht schon alles im Leben gesehen hat. Sein Lehrling ist
-kindisch.\footnote{Vgl.: Typisierung der handelnden Personen.} Er will prahlen und seine
-Kenntnisse zeigen, die er vielleicht noch nicht hat, obwohl der berühmteste Satz
-von einem der weisesten Männer antikes Griechenlands, Sokrates, lehrt darüber,
-was man an sein Wissen immer denken sollte: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“.
-Der Lehrling hat nicht vor, seinen Meister um Rat zu fragen sondern ruft die
-Geister, die er wahrscheinlich überhaupt nicht kennt, ruft irgendwelche fremde
-Geister, die im helfen müssten, ein Wunder zu machen. Das ist vergleichbar mit
-Ereignissen in der Geschichte von Israel, denen man zahlreich in der Heiligen
-Schrift begegnen kann. Als Mose weggegangen ist, um das Gottesgesetz (zehn
-Gebote) von dem Berge zu holen, bat das Volk Aaron einen anderen Gott für sie
-zu machen. Aaron sammelte die goldenen Ohrringe „und bildete das Gold in einer
-Form und machte ein gegossenes Kalb. Und sie sprachen: Das ist dein Gott,
-Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat!“ (2. Mose 32).
-Als Mose zurückkam, zerbrach er Tafeln unten am Berg. Zorn wurde über die
-Israeliten entbrannt und der Zauberlehrling wird auch bestraft.
-
-Die Situation scheint zunächst lustig zu sein. Der Lehrling ist zufrieden, kann
-sich gönnen zu faulenzen, da der Besen alle Arbeiten ausführt und Spaß für
-seinen Wirt machen kann. Aber ein paar Verse später gehorcht der Besen nicht
-mehr und macht seine Arbeit, die am Anfang so nützlich schien, weiter. Der
-Lehrling versucht erstmal den Besen und die Geister mit Wörtern zur Ruhe zu
-bringen. Wenn das nicht gelingt, greift er zu den Waffen. Dem wird bange. Aber
-mit allen seinen Handlungen macht der Lehrling nur schlimmer. Mit der Waffe
-kann ein Problem nicht gelöst werden. Und endlich, wenn fast alles mit dem
-Wasser voll ist, und es gibt keine andere Chance sich zu retten, versteht der
-Lehrling, dass er zu schwach ist, und ruft den Meister. Der alte Hexenmeister
-hört ihn im Unterschied zu den Geistern.
-
-Es passiert, dass Lehrlinge um ihre Lehrer klagen, weil sie nicht alles
-verstehen können und schließlich gegen sie gehen. Das Gleiche kann in einer
-Familie betrachtet werden, wenn man die Eltern für die Lehrer und die Kinder für
-die Lehrlinge hält. Zwischen Kindern und Eltern ist eines der häufigsten
-Probleme, das sowohl in der russischen als auch in der deutschen Literatur
-behandelt wird. Einem fremden Menschen ist oft leichter zuzuhören, als den
-Menschen, die in der Nähe von uns sind und die uns sogar lieben, wenn wir das
-nicht verstehen.
-
-Die Ebene, auf der die Ballade betrachtet werden kann, kann immer breiter
-werden. Das kann ganz persönlich sein, eine Familie. Das kann eine Gesellschaft
-sein, wie z.B. Schule, Universität o.Ä. Das kann aber auch geschichtlich auf das
-ganze Volk bezogen sein und dann auf die ganze Welt, z.B. französische
-Revolution. Damals versuchten ganz viele Menschen zunächst in einem Land, dann
-in ganz Europa, auf ihre alten Ideale, alten Traditionen verzichten und nur sich
-selbst und ihrer Vernunft zu vertrauen. Egozentrismus ist die Idee der
-Aufklärung. Da bringt aber noch lange Zeit nichts, weil nichts in Herzen
-verändert ist. Der König und viele Adlige wurden getötet und andere Räuber haben
-Macht bekommen aber viele verhungern immer noch. Man muss nach Besserem streben,
-aber sehr vorsichtig und ohne Eile, sonst können noch weitere Probleme
-entstehen. Das ist die Idee der Ballade.
-
-% Erstelldatum: 19.02.2010