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authorEugen Wissner <belka@caraus.de>2025-11-05 09:33:23 +0100
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+---
+layout: post
+date: 2017-04-12 00:00:00
+tags: Aufsatz
+title: Herausforderungen der Technikphilosophie
+teaser:
+ <p>Eines der wichtigsten Merkmale unserer Zeit ist die Technisierung vieler Bereiche unseres
+ alltäglichen Lebens. „Das technische Zeitalter“ kann man über unsere Tage sagen hören.
+ Doch, was jene Technisierung kennzeichnet, ist nicht so sehr die Technik selbst, sondern
+ die rasche Entwicklung derjenigen. Als solche ist die Technik nichts Neues, wenn auch
+ die Technik des letzten Jahrhunderts ganz anderer Art, als das, was man vorher kannte.
+ Es gibt sie dennoch mehr als hundert Jahre, vielleicht gab es sie schon immer. Vielleicht
+ ist die Fähigkeit aus der Natur Erkenntnisse zu gewinnen und dann anhand derer etwas
+ zu erfinden, etwas was einen Menschen eigentlich ausmacht.</p>
+
+ <p>Wenn man über das technische Zeitalter spricht, ist diese Aussage nicht unbedingt
+ wertneutral. Der zügellose technische Fortschritt hatte zur Folge, dass er viel
+ Aufmerksamkeit in der Gesellschaft auf sich gelenkt hat, worüber man sich auch kaum wundern
+ kann, weil wir heute in so vielerlei Hinsicht auf die Technik angewiesen sind.</p>
+
+ <p>Desto interessanter wird es, über die Technik und Technisierung nachzudenken. Was
+ ist sie nun? Ist sie etwas Gutes, was uns weiterbringt und uns mehr Macht über die
+ Natur beschert? Ist sie etwas Schlechtes, was den Menschen jeden Tag immer mehr von
+ ihr abhängig und hilfslos macht?</p>
+---
+Eines der wichtigsten Merkmale unserer Zeit ist die Technisierung vieler Bereiche unseres alltäglichen
+Lebens. „Das technische Zeitalter“ kann man über unsere Tage sagen hören. Doch, was jene
+Technisierung kennzeichnet, ist nicht so sehr die Technik selbst, sondern die rasche Entwicklung
+derjenigen. Als solche ist die Technik nichts Neues, wenn auch die Technik des letzten Jahrhunderts
+ganz anderer Art, als das, was man vorher kannte. Es gibt sie dennoch mehr als hundert Jahre, vielleicht
+gab es sie schon immer. Vielleicht ist die Fähigkeit aus der Natur Erkenntnisse zu gewinnen und dann
+anhand derer etwas zu erfinden, etwas was einen Menschen eigentlich ausmacht.
+
+Wenn man über das technische Zeitalter spricht, ist diese Aussage nicht unbedingt wertneutral.
+Der zügellose technische Fortschritt hatte zur Folge, dass er viel Aufmerksamkeit in der Gesellschaft
+auf sich gelenkt hat, worüber man sich auch kaum wundern kann, weil wir heute in so vielerlei Hinsicht
+auf die Technik angewiesen sind.
+
+Desto interessanter wird es, über die Technik und Technisierung nachzudenken. Was ist sie nun?
+Ist sie etwas Gutes, was uns weiterbringt und uns mehr Macht über die Natur beschert? Ist sie
+etwas Schlechtes, was den Menschen jeden Tag immer mehr von ihr abhängig und hilfslos macht?
+
+Ich habe vorher schon angedeutet, dass die Technik auch als etwas genuin Menschliches verstanden
+werden kann. Dann wäre die Frage nach der Technik einer ganz anderen Dimension zuzuordnen. Es
+wäre kein bloß moralisches Problem, also ob die Technik gut oder schlecht an sich sein kann, zu welchen
+Zwecken sie eingesetzt werden darf und ob jeder Zweck das Mittel rechtfertigt; keine Frage der
+politischen Zugehörigkeit oder der persönlichen Einstellung, ob man bestimmte Technologien
+befürwortet oder nicht und ob man an den hellen Morgen glaubt oder eher diesbezüglich pessimistisch
+ist. Es wäre vielmehr eine philosophische Fragestellung, weil es vor allem die Philosophie ist, die
+nach der Washeit der Dinge und der Möglichkeitsbedingungen fragt: Was ist der Mensch? Was macht einen
+Menschen aus? Was ist und warum eigentlich Technik, was macht sie möglich?
+
+Die philosophische Natur ist auch aus einer anderen Überlegung einsehbar. Und zwar sind viele Fragen,
+die mit der Technik verbunden sind, gar nicht durch das technische Denken selbst beantwortbar, sondern
+bedürfen einer Reflexion, die über das Technische hinausgeht. Selbst wenn jemand behaupten würde, dass die
+Technik nur aus sich heraus erklärt werden könne und müsse und keine weitere Rechtfertigung oder Würdigung
+nötig habe, wäre das eine Behautpung, die die Grenzen des Technischen überschreitet.
+
+Im Folgenden will ich andeuten, welche Fragestellungen und Probleme das Eintreten des Technischen in unser Leben
+mit sich bringt. Mir geht es nicht darum, die Antworten auf bestimmte Fragen zu geben, sondern auf die
+Spannungsfelder zu verweisen, die sich eröffnen, wenn man über das Technische nachdenkt, und so zu zeigen, dass es
+sich dabei eigentlich um Philosophie handelt.
+
+ \section{Kunst oder Mittel zum Zweck}
+
+Zunächst stellt sich die Frage nach dem Wesen und dem Ursprung des Technischen. Unter Technik verstehen
+wir bestimmte Arten von Menschenwerk, aber was lässt sich über den Status dieses Werks sagen? Hier gibt es
+zwei entgegengesetzte Extreme: Man kann die Technik als die Folge des menschlichen zweckrationalen Handelns
+, das heißt als Mittel zu einem bestimmten Zweck, oder als ein Kunstwerk verstehen. Das Verständnis von
+Technik würde sich dann aus dem zweckrationalen Handeln und der schöpferischen Kraft zusammensetzen, wobei man deren Rolle
+unterschiedlich gewichten kann.
+
+Was kann der Zweck der Technik sein? Wenn man einen möglichst allgemeinen Zweck nennen will, der auf möglichst viele
+oder im besten Fall auf alle technischen Erfindungen zutrifft, dann würde ich das Bezwingen der Natur vorschlagen.
+Die Technik kam in die Welt, um die Bürde der Arbeit leichter zu machen. Man kann vieles schneller und
+qualitativ besser erledigen, wenn man passende Instrumente zur Hand hat. Es ging natürlich viel weiter, als nur
+eigenes Überleben auf diese Weise zu sichern. Hier tritt der Begriff Luxus in Erscheinung: Man produziert
+Gegenstände, die nicht unmittelbar notwendig sind. Es geht dann so weit, dass man im Zusammenhang mit der
+Marktwirtschaft vom Produzieren der Bedürfnisse spricht.
+
+Kunst kann man in einer gewissen Hinsicht der Zweckrationalität entgegenstellen. So spricht Kant von
+ästhetischen Urteilen als dem Wohlgefallen ohne alles Interesse\autocite[Vgl.][49]{kant:ku}:
+„Wir können aber diesen Satz, der von vorzüglicher Erheblichkeit ist, nicht besser erläutern,
+als wenn wir dem reinen uninteressierten Wohlgefallen im
+Geschmacksurteile dasjenige, was mit Interesse verbunden ist, entgegensetzen [\dots]“\autocite[50]{kant:ku}.
+Bei der Einführung der Technik spricht man oft von einer technischen \textit{Erfindung}. Nun, wenn man
+nicht gerade ein ideales Reich der Ideen, wo alle technischen Erfindungen bereits realisiert sind,
+annimmt\autocite[Vgl.][59f]{ropohl:aufklaerung}, enthält die Technik eine künstliche Dimension, in der
+die schöpferische Kraft des Menschen etwas Neues erfindet.
+
+Nun es hat Konsequenzen, ob man die Technik mehr als Mittel zum Zweck oder Kunst versteht. Das Erfinden ist
+meines Erachtens ein wichtiger Bestandteil dessen, was die menschliche Freiheit konstituiert, und man versucht
+diesen Bereich heute möglichst wenig zu zensieren, sondern es dem Menschen zu überlassen, sich auf seine
+eigene Weise auszudrücken. Aber \textit{darf} man auch im technischen Sinne alles erfinden, was man erfinden
+\textit{kann}?
+
+ \section{Erhöhung der Lebensqualität oder Zerstörung}
+
+Ein Leben ohne technische Geräte im Haushalt ist kaum vorstellbar. Elektrische Geräte, Wasserversorgung,
+Computer, Telefone gehören zum Alltag. Selbst die allgemeine Zugänglichkeit der Gegenstände, die wir
+normalerweise nicht als Technik bezeichnen würden, wie zum Beispiel Bücher, verdanken wir dem heutigen
+Stand der Technik. Nicht anders ist es im beruflichen Umfeld. Auch die moderne Wissenschaft und Forschung
+sind von Teilchenbeschleunigern und Supercomputern abhängig.
+
+Technische Erfindungen bringen uns Komfort, erhöhen unsere Leistung, ermöglichen neue Arten von
+Kommunikation. Das hat allerdings auch eine andere Seite. Die Möglichkeiten, die die moderne Entwicklung
+mit sich bringt, birgt viele Gefahren und versetzt wohl viele Menschen in Schrecken, was aus der
+zahlreichen Kritik an der Technik zu sehen ist. Man denke nur an den Kalten Krieg oder an die
+Atomkatastrophen der letzten Jahrzehnte: Tschernobyl und Fukushima, die zu vielen Protesten gegen die
+Verwendung von Atomenergie geführt haben. Hans Blumenberg spricht in diesem Zusammenhang sogar von der
+„Dämonie der Technik“\autocite[Vgl.][11]{blumenberg:schriften-technik}.
+
+Andererseits, wenn man die Entwicklung der Energie verfolgt, so führen Streike und Proteste in der
+Gesellschaft nicht zu einem Rückschritt, nicht zur Abweisung der Atomenergie, sondern zur Suche nach
+alternativen Lösungen. Man forscht weiter und schaut, ob man andere Energiequellen finden kann, die
+die vorhandenen zumindest teilweise ersetzen können, ohne an Leistung zu verlieren. Das heißt, man sehnt
+sich nicht nach der „Rückkehr zu Natur“, sondern man sucht
+nach \textit{technischen} Lösungen für die \textit{technischen} Probleme. Das kann zu einem Zirkel führen,
+aus dem man vielleicht nicht rauskommen kann: Die vorhandene Technik motiviert zu Entwicklung anderer
+Alternativen, die mit der Zeit wiederum Schwächen aufweisen, die wieder technisch ausgeglichen werden müssen
+und so weiter. Ich denke, man hofft irgendwann ans Ende zu kommen und eine perfekte Lösung zu finden, die keine
+beweinenswerten „Nebeneffekte“ hat. Die Frage, die der Mensch sich heute zu stellen hat, ist
+natürlich: Wird es denn irgendwann so sein? Oder ist es nur ein Selbstbetrug und eitle Hoffnung?
+Die Antwort, die jeder Mensch auf diese Frage gibt, ist von entscheidender Bedeutung für das Verhältnis des
+Menschen zur Natur. Und die Frage selbst ist kaum eine wissenschaftliche Frage, sondern
+vielmehr eine ethische und philosophische.
+
+Interessant ist, welche radikale Stellung Günter Ropohl nimmt. Er schreibt über ein anderes modernes Problem,
+das in dem Verhältnis des Menschen und der Technik und Natur ihren Ursprung hat: das ökologische Problem.
+Er sieht die Lösung, wie ich oben beschrieben habe, in der weiteren technischen Entwicklung, die nicht nur
+zu einer Ausbeutung der Natur für die Menschenzwecke führt, sondern die Natur unter Schutz mit Hilfe der Technik
+nimmt, ganz in dem Sinne des Gartens Eden, den der erste Mensch zu pflegen und zu schützen gehabt habe, und
+schreibt Folgendes:
+
+\begin{quote}
+Wenn die Gattung Mensch die nunmehr gebotene ökotechnologische Wende nicht vollzieht, wird sie gemäß
+ökologischen Prinzipien über kurz oder lang eliminiert werden; dann und nur dann wird es wieder Natur geben.
+Wenn jedoch die Menschen die Hege und Pflege des irdischen Ökosystems mit der erforderlichen Konsequenz
+vervollkommen, so bedeutet dies nicht mehr und nicht weniger als das Ende der Natur.\autocite[71]{ropohl:aufklaerung}
+\end{quote}
+
+ \section{Befreieung oder Versklavung}
+
+Der Satz im vorherigen Abschnitt, dass die Technik die Entwicklung weiterer Technik
+\textit{motivieren} kann, hat eine interessante Struktur. Die Technik wird hier \textit{personifiziert},
+einem unbelebten Gegenstand, einer unbelebten Struktur wird aktives Handeln zugeschrieben. Kann ein Messer
+oder ein Handy handeln? Aber das ist eben das, was wir in der letzten Zeit beobachten. Die Technik hat
+eine gewisse Autonomie, Eigentendenz.
+
+Die Technik hat schon im Laufe ihrer gesamten Geschichte geholfen, den Menschen von schwerer Arbeit zu
+befreien, dem Menschen ein würdiges Dasein zu gewährleisten. Die Folgen davon kann man in heutiger Zeit
+gut beobachten. In den entwickelten Ländern müssen relativ wenige Mensche schwere Arbeiten ausführen, vieles
+kann von Maschinen teilweise oder vollständig übernommen werden. Und selbst, wenn die Maschine von mehreren
+Menschen gesteuert werden muss, ist eine ganze andere Art der Arbeit, als die Tätigkeit selbst auszuführen.
+
+Kann man das aber nicht so hinstellen, dass während der Mensch von schwerer Arbeit befreit wird, er von
+seinem Befreier abhängig wird? Und das ist nicht nur in dem Sinne, dass wir Instrumente verwenden, die
+unser Leben erleichtern, dass wir gewissermaßen unserer Freiheit beraubt werden. Moderne Gesellschaft kennt
+neue Arten von Sucht, wie zum Beispiel Spielsucht. Man hört Beschwerden über die jungen Leute, die die
+ganze Zeit nur in ihr Handy starren, und keinerlei „reale“ Kontakte mehr haben (wobei ich
+mich einer Meinung enthalten möchte, ob solche Beschwerden gerechtfertigt sind). Aber selbst,
+wenn man von der individuellen Ebene absieht, schreibt Hans Blumenberg über „eine spezifische
+Eigengesetzlichkeit“ eines Machtmittels wie Atomkraft\autocite[Vgl.][13]{blumenberg:schriften-technik}:
+„So wie das technische Gebrauchsprodukt Bedarf zu erzeugen vermag, so schafft das technische Machtmittel
+mit eigenartiger Automatie auslösende Situationen.“\autocite[13]{blumenberg:schriften-technik}
+
+Hier stellt sich die Frage, ob ein Messer tatsächlich einen neutralen ethischen Wert hat, und es nur auf den
+Menschen ankommt der ihn verwendet, ob er damit nur das Brot schneidet oder noch für andere Zwecke einsetzt,
+oder ob ein Messer einen immanenten Wert hat, der zu dessen Benutzung nicht nur für gute Zwecke
+herausfordert.
+
+ \section{Gleichheit oder Zerspaltung}
+
+Ein weiteres von der Technik verfolgtes Ziel ist, die Kluft zwischen sozialen Schichten der
+Gesellschaft geringer zu machen. Technische Mittel ermöglichen es, verschiedene Artefakte für
+alle Menschen zugänglich zu machen. Zum Beispiel der Buchdruck hat dazu geführt, dass die
+Produktionskosten von Büchern stark gesunken sind, und viel mehr Menschen sich den Kauf von
+Büchern erlauben konnten.
+
+Das Beispiel der Bücher ist auch geeignet, wenn man die Bücher als Informationsquelle
+betrachtet und zur heutigen digitalen Informationsvermittlung kommt.
+Man könnte denken, dass, wenn die Mehrheit der Bevölkerung einen Internetzugang
+und einen Computer hat, es allen den gleichen Zugang zu den Informationen automatisch
+ermöglichen würde.
+
+Dem kann man entgegenbringen, dass die Quantität noch nichts über die Qualität sagt, denn
+ein Internetzugang noch nichts darüber sagt, wie er genutzt wird. Da die Nutzung der digitalen
+Medien immer mehr an Bedeutung gewinnt, zum Beispiel, in der Schule und am Arbeitsplatz, kommt
+es dazu, dass einige gesellschaftliche Gruppen noch weiter voran kommen, weil sie mit entsprechenden
+technischen Mitteln umgehen können, die anderen darauf nicht zugreifen. So wird die Kluft nicht kleiner,
+sondern im Gegensatz größer. Dieses Phänomen ist keine Spekulation, sondern wurde durch Studien
+bereits vor etwa 20 Jahren entdeckt und immer wieder bestätigt. Es hat den Namen „digitale
+Spaltung“ (Digital divide) bekommen.\autocite[Vgl.][206--221]{filipovic:ungleichheit}
+
+
+ \section{Schlussbemerkung}
+
+Mit diesen wenigen Beispielen habe ich zu zeigen versucht, dass die technische Entwicklung unserer Zeit sehr
+schwer nur mit einem „Gut“ oder „Schlecht“ bewertet werden kann. Es stehen immer komplexe
+Fragen im Hintergrund, die zwei Seiten haben und wo die goldne Mitte nicht unbedingt einfach zu finden
+ist.
+
+Viele Probleme, die direkt oder nur indirekt von der Wissenschaft und Technik verursacht wurden, sind
+gar keine wissenschaftliche und noch weniger technische Fragen, sondern sie berühren solche Bereiche wie
+die der Ethik, der Verantwortung und des menschlichen Selbstverständnisses. Sie haben auch eher wenig
+Bedeutung für die Wissenschaft oder Technik, dafür aber für die menschliche Existenz, sowohl auf der
+individuellen als auch auf der gesellschaftlichen Ebene.
+
+Das ist der Grund, warum ich denke, dass eine philosophische Reflexion im Bereich der Technik unentbehrlich
+ist. Ich denke, es ist verantwortungslos, alles dem natürlichen Lauf der Dinge zu überlassen, ohne sich
+zumindest zu fragen, warum es so geschieht, welche Konsequenzen es haben kann und ob man in einer
+bestimmten Lage etwas unternehmen soll oder kann. Wieder wäre es äußerst wichtig, dass eine solche philosophische
+Reflexion die moderne Entwicklung nicht bloß dämonisiert oder glorifiziert, sondern möglichst gerecht
+und ausgeglichen verläuft, weil sie nur so ernst genommen werden kann, was nicht zu vernachlässigen ist, wenn
+die Technikkritik nicht in der Luft hängen oder nur deskriptiv bleiben will, sondern auch etwas aktiv
+für die Zukunft bewirken will.
+
+\begin{quote}
+So wäre es eine wichtige Aufgabe für eine Philosophie der Technik an Schule und Hochschule, den zukünftigen
+Ingenieuren und Technikern zeigen zu können, wie Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Praxis
+zusammenhängen, welche Rolle die Arbeit, die Praxis, die gestaltete Technik, die Muße und die Kunst bei
+der Konstitution unseres Selbstverständnisses spielen.\autocite[105]{kornwachs:technik}
+\end{quote}