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| author | Eugen Wissner <belka@caraus.de> | 2025-11-05 09:33:23 +0100 |
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Man fragte sich, wie die Umwelt funktioniert, was hinter den natürlichen - Ereignissen steht, suchte nach Gesetzmäßigkeiten und legte auf diese Weise den - ersten Grundstein für das Gebäude der Physik. Dieses Projekt war jedoch - anscheinend so komplex, dass manche Philosophen sich wenige Jahrhunderte später - die Ansicht aneigneten, dass es überhaupt keine Wahrheit sondern nur Schein und - Täuschung gebe. Durch Grübelei und Diskutieren gelangte man schließlich zum - Zentrum seines Daseins, zu seinem Selbst, und stellte sich nun die Frage: „Was - bin ich? Habe ich zumindest eine sichere Erkenntnis, dass es mich selbst - tatsächlich gibt, oder bin ich auch ein bloßer Schein, eine Selbsttäuschung?“ - </p> ---- -\subsection{Der Heimweg ins Reich des Selbst} - -\epigraph{Nosce te ipsum.}{\textbf{Oraculum Delphis}} - -Seit der Entstehung der Menschheit wunderte man sich über die Welt, die einen -umgibt. Man fragte sich, wie die Umwelt funktioniert, was hinter den natürlichen -Ereignissen steht, suchte nach Gesetzmäßigkeiten und legte auf diese Weise den -ersten Grundstein für das Gebäude der Physik. Dieses Projekt war jedoch -anscheinend so komplex, dass manche Philosophen sich wenige Jahrhunderte später -die Ansicht aneigneten, dass es überhaupt keine Wahrheit sondern nur Schein und -Täuschung gebe. Durch Grübelei und Diskutieren gelangte man schließlich zum -Zentrum seines Daseins, zu seinem Selbst, und stellte sich nun die Frage: „Was -bin ich? Habe ich zumindest eine sichere Erkenntnis, dass es mich selbst -tatsächlich gibt, oder bin ich auch ein bloßer Schein, eine Selbsttäuschung?“ - -Die so für den gemeinen Menschen merkwürdige Frage nach dem eigenen Sein -wurde schon so oft gestellt, obwohl nichts sicherer zu sein scheint, als, dass -es mich, wie ich mich empfinde, tatsächlich gibt. „Sei du selbst!“ hört man oft. -Was soll ich sein? Immer wieder versuchen die Philosophen auf diese Frage eine -Antwort zu geben, abstrahieren sich von ihren Vorgängern, um ihre Fehler nicht -zu erben und versuchen ihr System komplett und vollständig vom Anfang an -aufzubauen. - -René Descartes erhob den Anspruch, das menschliche Denken auf einen festen -Boden zu stellen. 1637 veröffentlichte er den „Discours de la Méthode“, wo er -unter Anderem das Thema, was der Mensch ist und was der Mensch nicht ist, -behandelt. Wie gründlich und sicher der von ihm gelegte Weg ist, möchte ich im -Folgenden einer Prüfung unterziehen. - -\subsection{Kritik an Descartes' Grundsatz} - -\subsubsection{Die heimatlose Seele} - -\epigraph{% -„Danach prüfte ich mit Aufmerksamkeit, was ich -war, und sah, daß ich so tun konnte, als ob ich keinen Körper hätte und es weder -eine Welt noch einen Ort gäbe, an dem ich mich befand\@. [\dots] Deshalb ist dieses -Ich, d.h.\ die Seele, durch die ich das bin, was ich bin, vollkommen -unterschieden vom Körper [\dots].“ -}{} - -Der Leib sei kein notwendiger Bestandteil des Menschen, da die Seele (die -eigentliche Substanz, das Denkende) von keinem materiellen Ding -abhänge.\footcite[59]{discours} Mein Vorstellungsvermögen -reicht weder aus, um eine Seele, noch überhaupt etwas Nicht-Materielles -vorzustellen. Descartes verwechselt einen Begriff mit einer Vorstellung. Man hat -einen Begriff der Seele, aber keine Vorstellung davon, man hat einen Begriff der -Unendlichkeit, aber keine Vorstellung des Unendlichen,\footnote{Übrigens -entspringen die bekannten Paradoxa Zenos von Elea daraus, z.B. jenes, dass ein -Stab in zwei Teile getrennt werden kann, einer dieser Teile noch in zwei und so -ad infinitum. Es gibt folglich einen Begriff vom Unendlichen (unendlichen Teilen -in diesem Beispiel), mit dem man jedoch nichts anfangen kann, weil keine -Vorstellung gegeben ist. Wo das Fehlen der Vorstellung mit einem vorhandenen -Begriff zusammenstößt, entsteht ein Parodoxon (eine Antinomie bei Kant).} -einen Gottesbegriff, aber keine Vorstellung von Gott. Deswegen werden die -Gespenster in den Filmen zwar nicht als Menschen dargestellt, aber als -einigermaßen materielle Wesen, die man entweder sieht oder hört oder auf eine -andere Weise spürt (etwas Anderes ist gar nicht vorstellbar); deswegen gibt es -kirchliche Ikonen und Pilgerfahrten, weil man etwas Übersinnliches kaum verehren -kann. - -\subsubsection{Meine Gedanken sind meine Gäste} - -\epigraph{% -„Daraus erkannte ich, daß ich eine -Substanz war, deren ganzes Wesen oder deren ganze Natur nur darin bestand, zu -denken [\dots].“ -}{} - -Descartes definiert den Menschen als \textit{res -cogitans},\footcite[Vgl.][14--16]{principia} die Wladimir Solowjow -seinerseits als „cartesianisch[en] -Bastard“\footcite[115]{solowjow8} bezeichnet, weil jener dem -Subjekt das zuschreibe, was ihm nicht mit Sicherheit gehöre. Kein Mensch hat -sich jemals mit seinen Gedanken identifiziert, was schon aus dem Sprachgebrauch -zu sehen ist: eine Idee \textit{haben}, \textit{to have} an idea (englisch), -\textit{avoir} une idée (französisch), \textit{иметь} идею (russisch) --- und -ähnlichen Ausdrücken, wie mir ist \textit{etwas eingefallen}, mir ist \textit{ein -Gedanke gekommen}. - -Andererseits haben viele Menschen ein Gewissen. Wie oft bereut ein -Erwachsener, dass er seinen Eltern Unrecht getan hat, indem er ihnen falsche -Motive unterstellte. Ich bereue also Gedanken, die ich hatte, als ob sie mir -fremd gewesen wären. Auf dasselbe läuft die christliche Patrologie hinaus: -„denn es fordert von dir der Herr, daß du über dich selbst zürnest und gegen -deinen Sinn kämpfest, nicht übereinstimmest und liebäugelst mit den Gedanken -\textit{der Bosheit}.“\footcite[17]{makarius}[Eigene -Hervorhebung] Folglich kann man sehr wohl glauben, dass, was nach Descartes -den Menschen ausmacht, das Denken, nicht das Subjekt selbst ist, sondern, -zumindest teilweise, von außen kommt (von Gott oder dem Teufel zum Exempel). - -\subsection{Die Traumwelt oder die Welt des Traumes} - -\epigraph{% -Die Nacht, die wir in tiefem Schlummer sehen,\\ -Ein Engel schuf sie hier aus diesem Stein,\\ -Und weil sie schläft, muss sie lebendig sein,\\ -Geh, wecke sie, sie wird dir Rede stehen.}{\textbf{Giovanni Strozzi auf die „la Notte“ von Michelangelo}} - -Descartes behauptet, dass die Gedankenwelt eines Traumes niemals so evident -und vollständig wie diese der Realität -sei.\footcite[Vgl.][69 f]{discours} Wie kann man zu diesem Schluss -kommen? Man vergleicht das Realitätsbewusstsein mit demjenigen eines Traumes, -was allerdings gar nicht in die umgekehrte Richtung geht: Im Traum gelten andere -Gesetze, die \textit{in diesem Moment} unvergleichbare Evidenz und -Vollständigkeit haben. Wenn ich also eine zweite Realität annehme und ich nur -das Produkt eines Traumes eines Marsianers bin, dann sind die Gedankengänge -meiner Wirklichkeit genauso lächerlich und absurd für die zweite Realität. - -Die zweite Bedingung für die Vergleichbarkeit zweier Welten (Schlaf- und -Wachzustandes) ist die Zeit, da man momentanes Bewusstseinsgut mit einem in der -Vergangenheit liegenden Traum vergleicht. „Aber was ist eigentlich diese Summe -des Vergangenen? Liegt sie in meiner Hosentasche oder befindet sie sich auf -meinem Konto in der Bank? Sie existiert doch nur in dieser Minute, bloß als eine -Erinnerung, d.h.\ ein Bewusstseinszustand, ungetrennt davon, was ich nun -empfinde, und es ist selbstverständlich, dass im Fall einer Illusion des -Bewusstseins, sie auch eine Illusion des Gedächtnisses beinhaltet: -[\dots]“\footcite[121]{solowjow8} Warum, wenn unsere Sinnesorgane -uns keine objektive Darstellung des Raumes liefern, soll ich annehmen, dass die -Zeit nicht auch so ein Betrug ist. - -Man kann seine Vergangenheit ganz leicht und schnell rekonstruiren, auch wenn -diese Rekonstruktion nicht im Geringsten der Wahrheit entspricht, ohne dabei -die Absicht zu lügen zu haben. Juristen sind so genannte \textit{Knallzeugen} -bekannt. „Der Knallzeuge funktioniert so: Es hat sich ein Autounfall ereignet, -zwei Fahrzeuge sind auf einer Kreuzung ineinander gerast; nun gilt es -herauszufinden, wer die Schuld trägt. Glücklicherweise existiert ein Zeuge, der -vor Gericht den Unfallhergang in allen Einzelheiten beschreiben kann\@. [\dots] -[D]er erfahrene Richter hat das Kinn in die Hand gestützt, hört dem Zeugen -aufmerksam zu und stellt schließlich die Frage, die man ihm im Referendariat -beigebracht hat: ‚Und wie sind Sie auf das Unfallgeschehen aufmerksam geworden?‘ -Der Zeuge antwortet: ‚Als es so schrecklich knallte, habe ich mich -umgedreht.‘“\footcite[17]{psyche} Der Zeuge erzählte, was er -gar nicht gesehen hatte, wobei er selbst von seiner Geschichte so überzeugt war, -dass er die Widersprüchlichkeit seiner Aussagen gar nicht bemerkte. Umso mehr -kann ich daran glauben, dass ich ein seine Seminararbeit schreibender -Philosophiestudent bin, der sich ganz deutlich an sein Abitur erinnern kann, -auch wenn ein Marsianer von mir erst seit zwei Minuten -träumt.\footcite[Vgl.][121]{solowjow8} - -\subsection{Auf den Kredit Gottes\footcite[Vgl.][13]{schopenhauer}} - -\epigraph{% -„Denn erstens ist sogar das, was ich soeben als Regel angenommen habe --- nämlich -daß alle die Dinge, die wir sehr klar und sehr deutlich verstehen, wahr sind ---, -nur sicher, weil es Gott gibt oder er existiert und er ein vollkommenes Sein ist -und alles, was es in uns gibt, von ihm herkommt.“ -}{} - -Den nächsten Schritt, den Descartes tut, um die wirkliche Existenz von -\textit{res cogitans} und \textit{res -extensa}\footcite[Vgl.][14--16]{principia} zu rechtfertigen, ist -der Gottesbeweis, wobei bereits Schopenhauer bemerkte, dass dieser Vorgang -selbst „freilich wunderlich“ ist: „[\dots] es ist der umgekehrte kosmologische -[von der Existenz der Welt auf einen Urheber schließende] -Beweis.“\footcite[13]{schopenhauer} Der Autor des Discours' -schließt vom Vorhandensein des Begriffes der Vollkommenheit bei dem selbst -unvolkommenen Menschen auf die Existenz eines vollkommenen Wesens. Diese -Vollkommenheit muss bei Descartes das Gute bedeuten, weil er aus ihr den Schluss -zieht, dass die Außenwelt wirklich ist, weil dieses Wesen uns anscheinend nicht -betrügen darf. Es stellt sich allerdings die Frage, was „gut“ bedeutet. Der -Begriff des Guten ist in uns gelegt, aber er hat keine übermenschliche Bedeutung. -Es könnte eine Welt geben, wo der Mord als gut betrachtet wird, aus dem Grund, -dass das oberste Wesen dies als etwas Gutes definiert und in uns legt. Man kann -also von unserem Begriff der Vollkommenheit beziehungsweise des Guten nicht auf -die Begrifflichkeit des Schöpfers schließen, der selbst diese Begriffe -definierte und definieren kann. Unser Schöpfer könnte ein Dämon sein, der um uns -herum eine Illusion erschuf und uns glauben ließ, dass er ein vollkommen gutes -Wesen sei (also von meiner Sicht dessen, was gut ist). - -Außerdem widerspricht sich Descartes, wenn er behauptet, dass man von der -Vorstellbarkeit der Vollkommenheit auf einen volkommenen Gott schließen -kann\footcite[Vgl.][59--63]{discours} und an einer anderen Stelle -schreibt, dass man von der Vorstellbarkeit einer Chimäre nicht auf ihre Existenz -schließen darf\footcite[Vgl.][69]{discours} (zwar ist -offensichtlich, dass er im letzten Fall eine bildliche Anschauung meint, aber -zumindest kann ich mir eine Chimäre anhand meines Anschauungsvermögens leichter -als Gott vorstellen, von dem ich nichts Sicheres sagen kann). - -Einen anderen treffenden Einwand bringt Schopenhauer: „Hiebei läßt er -überdies sich nun eigentlich noch einen bedeutenden \textit{circulus vitiosus} -[Zirkelschluß] zu Schulden kommen. Er beweist nämlich die objektive Realität der -Gegenstände aller unserer anschaulichen Vorstellungen aus dem Daseyn Gottes, als -ihres Urhebers, dessen Wahrhaftigkeit nicht zuläßt, daß er uns täusche: das -Daseyn Gottes selbst aber beweist er aus der uns angeborenen Vorstellung, die -wir von ihm, als dem allervollkommensten Wesen angeblich -hätten.“\footcite[91]{schopenhauer} --- und macht einen -angemessenen Schluss, indem er einen von Descartes' Landesleute zitiert: „Il -commence par douter de tout, et finit par tout croire [Er fängt damit an, daß er -alles bezweifelt, und hört damit auf, daß er alles -glaubt] [\dots].“\footcite[91]{schopenhauer} - -\subsection{Das Ich und seine Subjekte} - -Man könne an seinem eigenen Dasein nicht zweifeln, behauptet der Autor, was -allein der Tatsache widrig ist, dass man daran tatsächlich zweifelt. Was man -nicht behaupten kann, ist, dass man an etwas nicht zweifeln kann, woran man -schon Jahrtausende lang und bis in unsere Tage erfolgreich zweifelt und was -daher verständlicherweise nicht so einfach zu leugnen -ist.\footcite[Vgl.][109]{solowjow8} Andererseits muss man -Descartes Recht geben, dass es etwas gibt, was ich nicht bezweifeln kann, weil, -wenn ich sage: „Ich bezweifle etwas“, identifiziere ich mich doch mit einem -\textit{Ich}. Ganz unabhängig davon, ob ich jetzt träume oder wach bin, ist mir -etwas bewusst, was meinerseits als Ich bezeichnet wird. Dieses Ich empfindet -sich als ein Subjekt, eine Form, deren Inhalt zweifelhaft ist. - -Folglich muss die cartesianische denkende Substanz in zwei Teile -ausdifferenziert werden, wobei ich auf Solowjows Termini zurückgreifen möchte -und den einen Teil als reines (phänomenologisches) Subjekt und den anderen als -psychisches (empirisches) Subjekt bezeichnen. Jenes ist sicher und -unerschütterlich, da es uns auf dem unmittelbarsten Wege gegeben ist, aber leer, -dieses erfüllt und bunt, weil es die ganze Persönlichkeit enthält, dennoch -wackelig und grundlos.\footcite[Vgl.][123]{solowjow8} - -\subsection{Ego cogito ergo sum sed quis ego sum?} - -\epigraph{„Cartesius gilt mit Recht für den Vater der neuern Philosophie [\dots].“} -{\textbf{Arthur Schopenhauer\footcite[13]{schopenhauer}}} - -Das große Verdienst Descartes' ist, dass er die spätere Philosophie auf den -Weg hinwies, auf dem man nicht von eingebildeten Pseudo-Wahrheiten lebt, sondern -konstruktiv zweifelt, um einen Fortschritt der philosophischen Forschung zu -ermöglichen, ohne dabei in der Sackgasse des Skeptizismus zu enden. Einmal auf -diesen Weg getreten wollte er ihn unglücklicherweise selber nicht zu Ende gehen. -Allein daran, dass seine Schriften immer noch Aufregung, Nachdenken und -Diskussionen in der philosophierenden Welt hervorrufen, kann man ersehen, wie -unentbehrlich seine Erbe an das Moderne ist. - -Nun ist das reine Ich menschlicher Erkenntnis unzugänglich. Man ist nur fähig -reflexiv über das empirische Ich --- über seinen Charakter und die Summe psychischer -Zustände --- die einen zum Individuum machen, nachzudenken. Das reine Ich macht in -dieser Hinsicht dieselben Schwierigkeiten, wie der Versuch, die eigenen Ohren -ohne einen Spiegel zu betrachten. Bin ich eine willensfreie Persönlichkeit?, -eine Puppe im Theater eines mir fremden Wesens?, ein Splitter, der eigentlich -mit einer Gottheit zusammen, die zugleich die Welt ist, und die aus nur ihr -bekannten Gründen plötzlich ihre Harmonie und ihr Gleichgewicht verlor, ein -Ganzes bildet?, ein armer und einsamer Knecht seines Schicksals, der sich -einbildet, dass er etwas sieht, hört, mit jemandem spricht?, das zufällige -Produkt der blinden Natur, die kein einziges Gramm Geist -enthält? diff --git a/themes/posts/2013/06/ein-sklave-der-freiheit.tex b/themes/posts/2013/06/ein-sklave-der-freiheit.tex deleted file mode 100644 index 5a51a79..0000000 --- a/themes/posts/2013/06/ein-sklave-der-freiheit.tex +++ /dev/null @@ -1,256 +0,0 @@ ---- -layout: post -date: 2013-06-02 15:27:00 -tags: Aufsatz -title: Ein Sklave der Freiheit -teaser: | - <p> - Georg Wilhelm Friedrich Hegel versteht dagegen das Recht als das Dasein der - Idee der Freiheit, die ihrerseits existenziell für das menschliche Wesen ist. - Diese Idee wird nicht wie die ewige Pest von Eltern zu ihren Kindern - weitergegeben, sondern vielmehr werden immer mehr ihrer Momente vom Geist - aufgenommen und verwirklicht, sie ist die Einheit von Begriff und - Wirklichkeit, die der Begriff sich selbst gibt. Die Freiheit, die die - Substanz des Rechts darstellt, wird von Hegel nicht als etwas Schlechtes, - Gesetzloses, Anarchisches verstanden, sondern als etwas moralisch - Positives, sodass man auf höheren Entfaltungsstufen des Geistes von einem - vollkommeneren Recht reden kann. - </p> ---- -\subsection{Begriff des Rechts in Hegels Rechtsphilosophie} - -\epigraph{% -Es erben sich Gesetz’ und Rechte\\ -Wie eine ew’ge Krankheit fort,\\ -Sie schleppen von Geschlecht sich zum Geschlechte\\ -Und rücken sacht von Ort zu Ort.\\ -Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage;\\ -Weh dir, dass du ein Enkel bist!\\ -Vom Rechte, das mit uns geboren ist,\\ -Von dem ist leider! nie die Frage.}{\textbf{Johann Wolfgang von Goethe\footcite[55]{faust}}} - -Johann Wolfgang von Goethe legt diese Worte dem Teufel in den Mund, der einen -Schüler belehrt. Man spricht davon, dass klassische Dichter wie Goethe immer -aktuell bleiben oder sogar mit der Zeit an Aktualität gewinnen. Ist es so? -Goethes Zeitgenosse, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, versteht dagegen das Recht -als das Dasein der Idee der Freiheit, die ihrerseits existenziell für das -menschliche Wesen ist. Diese Idee wird nicht wie die ewige Pest von Eltern zu -ihren Kindern weitergegeben, sondern vielmehr werden immer mehr ihrer Momente -vom Geist aufgenommen und verwirklicht, sie ist die Einheit von Begriff und -Wirklichkeit, die der Begriff sich selbst -gibt\footcite[Vgl.][234 f]{schnaedelbach}. So befindet sich auch das Recht -im permanenten Progress, denn „[j]ede Stufe der Enwticklung der Idee der -Freiheit hat ihr eigentümliches -Recht [\dots]“\footcite[43]{grund}. Die Freiheit, die die -Substanz des Rechts darstellt, wird von Hegel nicht als etwas Schlechtes, -Gesetzloses, Anarchisches verstanden, sondern als etwas moralisch -Positives\footcite[Vgl.][40 f]{thought}, sodass man auf höheren -Entfaltungsstufen des Geistes von einem vollkommeneren Recht reden kann. - -Der Mensch geht einen dornigen Weg in der Geschichte, reinigt sein -Menschenbild. Es ist kaum zu bestreiten, dass ein Bürger eines modernen -Rechtsstaates, rechtstheoretisch gesehen, freier als zuvor ist; aber was ist -jenes Recht, das uns diese Freiheit gibt: Ist es ein Segen, wie es Hegel -beschreibt, oder doch eine beständig anschwellende Bürde, wie es der als Faust -verkleidete Mephisto behaupten würde? Im Folgenden wird mich die Frage -beschäftigen, inwiefern das Rechtssystem eines Staates das Wohlergehen seiner -Bürger widerspiegelt; ob ein höheres Recht sich im immer menschlicher werdenden -Menschen spürbar macht. - -\subsection{Wie ist die Entwicklung in der Geschichte möglich?} - -Der erste Punkt, der in diesem Zusammenhang von Belang ist, ist, wie Hegel -denkt, die Verbindung zwischen dem staatlichen Recht und den Bürgern dieses -Staates herstellen zu können. Es ist bei Hegel so, dass das Recht zu einem -bestimmten Zeitpunkt die Entwicklungsstufe des Volksgeistes darstellt. Es sei -deswegen gar nicht möglich, dass irgendein Mensch seine Zeit überholt. Als -Beispiel erwähnt Hegel den platonischen Staat und behauptet, dass er kein -Vorbild in alle Ewigkeit, sondern nur „die Natur der griechischen -Sittlichkeit“\footcite[Vgl.][13]{grund} jener Zeit sei. Ein noch -besseres Beispiel wäre, dass Hegel zwar den Anspruch erhebt, nicht über einen -konkreten Staat bzw.\ ein politisches System zu -schreiben,\footcite[Vgl.][15]{grund} seinem Vorhaben selbst aber -nicht immer treu bleibt. So vertritt er die konstitutionelle Monarchie als die -beste der bekannten Staatsformen, womit man heutzutage nicht unbedingt zufrieden -wäre,\footcite[Vgl.][249 ff]{schnaedelbach} d.h.\ er hielt für etwas -allgemein Vernünftiges und einem Rechtsstaat Unentbehrliches, was bloß der -Tradition seiner Zeit angemessen war. - -Vielmehr schreibt Hegel, dass die Philsophie mit ihren Belehrungen immer zu -spät sei, „[a]ls der Gedanke der Welt erscheint sie erst in der Zeit, nachdem -die Wirklichkeit ihren Bildungsprozeß -vollendet [\dots] hat.“\footcite[Vgl.][17]{grund} Es scheint Hegels -Antwort auf die Frage zu sein, wie überhaupt geschichtlicher Fortschritt möglich -ist, wenn der Mensch seiner eigenen Zeit nicht voraus sein kann, dass der Geist, -das freie Bewusstsein und damit das Recht sich unabhängig vom menschlichen -Wollen entwickeln. In der Tat wird das Menschenbild in Europa immer -fortschrittlicher: es gibt keine offizielle Sklaverei, die Hautfarbe entscheidet -nicht über die menschliche Würde und die Eltern haben keine Macht über ihre -Kinder wie über einen Gegenstand. In Deutschland werden diese Ansichten auch -juristisch im Grundgesetz verankert. - -Ferner sieht Hegel das Ziel der Philosophie in der Erforschung des -Wirklichen, das auch vernünftig ist.\footcite[Vgl.][15 f]{grund} -Somit ist alles Klagen über den wirklichen Staat unvernünftig. Es gibt jedoch -auch Rückschritte. Was ist mit den Zeiten, die von den meisten Menschen im -Nachhinein als höchst unvernünftig und sogar unmenschlich betrachtet werden, wie -z.B. die des deutschen Nationalsozialismus: musste man dem Staat gehorchen, weil -er wirklich und vernünftig gewesen war? „[\dots] Hegel distinguished between -phenomena that embody a rational structure and those that do -not“\footcite[234]{cambridge}, heißt es bei Kenneth Westphal mit -dem Verweis auf das Vorwort der Philosophie des Rechts. Wann ist dennoch diese -Grenze des Vernünftigen überschritten? Hier stolpern wir über das erste Problem, -was die Entfaltung des Geistes angeht: Es gibt kein wirkliches Kriterium, um die -jeweilige politische Situation bewerten zu können. Hegel sucht nach dem -Vernünftigen trotzdem im Transzendentalen und setzt damit anstelle der Willkür -seiner unvernünftigen Mitbürger, die ständig über ihren Staat klagen, seine -eigene Willkür.\footnote{Zu demselben Gedanken führt Hegels Plädieren für die -konstitutionelle Monarchie, die ich oben erwähnte.} Da man jedoch, wenn -man die Gegenwart mit der Vergangenheit vergleicht, den Fortschritt feststellen -kann, muss die blinde Menschheit von der Geschichte an der Hand geführt werden, -sie stößt gegen Gegenstände im dunklen Raum und zieht sich blutige Wunden im -Gesicht zu, nähert sich aber immer mehr dem Funken der Freiheit. Doch frage ich -mich: Was ist diese Menschheit in ihren Einzelteilen, wirken die Organen im -Ganzen des Organismus mit? - -\subsection{Zusammenhang des Menschenbildes und seiner Verwirklichung} - -Die Behandlung dieser Frage beginne ich mit einer kurzen Geschichte. Ich -wurde einmal in Hamburg von einer Gruppe junger Leute angesprochen. Sie seien -von einem Unternehmen angestellt, dessen Auftrag es sei, Jugendlichen aus -schwierigen Verhältnissen zu helfen, ins Berufsleben einzusteigen, und zwar -sollen die Letzteren Zeitschriften austragen. Meine Aufgabe sei es, dabei zu -helfen, sie zu kontrollieren. Dafür sollte ich eine Zeitschrift beantragen; ich -werde regelmäßig ein Formular zugeschickt bekommen, in dem ich einzutragen -hätte, ob ich alle Zeitschriften in dieser Periode erhalten hatte. Meine -Belohnung sei, dass ich die Zeitschrift ein halbes Jahr lang gratis bekäme. Ich -unterzeichnete den Vertrag. Mehrere Wochen danach bekam ich mein erstes Magazin -zusammen mit einem zweijährigen Abonnement, das ich selbstverständlich bezahlen -musste. Die Angelegenheit entpuppte sich also als eine sogenannte „Abofalle“. Da -ist auch klar, warum der Vertrag erst zwei Wochen später zugesandt wurde (damit -ich Angst habe, dass ich nach vierzehn Tagen nicht mehr kündigen kann, was in -der AGB auf der Rückseite des Vertrages klein geschrieben steht). Seitdem -erhielt ich eine Sammlung von Briefen, die mir meine letzte Chance ankündigen, -meine Schulden zu begleichen, bevor ich vor Gericht gezogen werde. Dabei -handelte es sich nicht um einen harmlosen Einzelfall. Auf der Suche nach Hilfe -bin ich weiteren Opfern begegnet. Wir waren mit einer Organisation konfrontiert, -die schon seit Jahren auf verschiedene Weisen, aber immer mit gut ausgesuchten -und bis ins Detail durchdachten Methoden die Menschen betrügt, den naiven -Bürgern das letzte Vertrauen entzieht und Rentner ohne ihre Ersparnisse im Stich -lässt.\footnote{Viel extremer sind die Rechtsstreitigkeiten der letzten Jahre in -der IT-Industrie zwischen großen Unternehmen, wie 2012 zwischen Apple und Samsung -oder Oracle und Google. Ohne weiter auf die Details eingehen zu wollen, muss man -doch feststellen, dass zwar ein an sich ganz gerechtes Anliegen vertreten wurde, -doch bei näherer Betrachtung der Gründe ähnelten die Prozesse doch einem Abzock -des jeweils angeklagten Unternehmens.} Hier kommt die -Schattenseite des modernen Rechts zum Vorschein: Die Freiheit bietet auch -Freiheit für Verbrecher. Wozu muss jemand altmodisch in einer dunklen Gasse auf -seine Opfer stechen und sie berauben, wenn es anhand des vorhandenen -Rechtssystems viel eleganter und sicherer gelingt? Und es geht gar nicht um das -Gesetz, dass in dicken Büchern niedergeschrieben ist und das bloß ausgenutzt -wird, aber an sich ganz angemessen ist, natürlich hätten z.B. die Betrüger in -meinem Fall keine Chance vor Gericht gehabt, wenn ich zum Anwalt gegangen wäre; -es geht um Menschen aus Fleisch und Blut mit ihren Schwächen, Menschen, von -denen nicht jeder Spaß daran hat, nach der Arbeit seine Rechte zu studieren, -Menschen, die um die Freiheit des Rechts fürchten. - -Noch ein paar Worte möchte ich zur Freiheit sagen, die Hegel nach dem Recht -innewohnt. Die Würde des Menschen als eines freien Wesens wird immer mehr -ausgeprägt und legitimiert; in einer anderen Hinsicht wird dem Menschen seine -persönliche Freiheit entzogen. Es finden sich immer Menschen, die einen solchen -Fall, wie den, den ich geschildert habe, ungefähr folgendermaßen kommentieren -würden: „Du solltest nicht so dumm sein, du bist selber schuld.“ Welcher Unfug! -Das Vertrauen in andere Menschen wird dabei mit Naivität und Dummheit -gleichgesetzt. Der Mensch wird immer verschlossener, kann nicht mehr frei -handeln: die Anderen umgeben ihn. Wem vertrauen wir? Unseren Nachbarn? Einem neu -geöffneten Online-Shop? Dem Priester? Der Gnade der Politiker? Bankberatern? -Deswegen ist vielleicht der lateinische Satz „homo homini lupus“ zu einem -international bekannten Sprichwort geworden. Hegel sieht Freiheit einseitig, -deswegen ist es so schwer, mit Hegel zu sagen, dass die Sittlichkeit „die Idee -der Freiheit, als das lebendige Gute“\footcite[133]{grund} -sei.\footcite[Vgl.][229 ff]{cambridge0} Wobei ich gar nicht sagen -wollte, dass alles jede Minute schlechter wird. Es wird bloß nicht besser. Mein -Ziel war dieses Paradoxon aufzuzeigen, dass unser Menschenbild immer sauberer -wird, aber andererseits nur im Grundgesetz, nicht in der Seele unseres Nächsten. -Jede Stufe der Entwicklung der Idee der Freiheit hat ihren eigentümlichen -Betrug, ihre moralische Nicht-Freiheit. - -\subsection{Zu politischen Systemen} - -Karl Popper schreibt auch, dass die politische Freiheit grausam, zu einer -Katastrophe werden kann. Seine Behauptung bekräftigt er unter Anderem damit, -dass der Freiheitskampf Terrorismus auslösen kann.\footcite[Vgl.][171 f]{popper} -„Nein, wir wählen die politische Freiheit nicht, weil sie uns das oder jenes -verspricht. Wir wählen sie, weil sie die einzig menschenwürdige Form des -menschlichen Zusammenlebens möglich macht; [\dots]“\footcite[172]{popper} -Demokratie definiert er als eine Staatsform, in der es möglich sei, die -Regierung ohne Blutvergießen „loszuwerden“. Im Gegensatz dazu steht -Tyrannis.\footcite[Vgl.][168]{popper} Einfachheitshalber werde ich im -Folgenden seine Terminologie verwenden. - -Man könnte sich fragen, ob die politische Freiheit tatsächlich so einen hohen -Wert in den Köpfen der Menschen hat, wie ihn ihr Popper und Hegel beimessen, ob -es einen Zusammenhang zwischen dem Menschenbild, Wertesystem und der politischen -Ordnung, politischen Freiheit gibt. Dies kann man es an einem Beispiel aus der -modernen Gesellschaft verdeutlichen. Deutschland wäre eine sehr unpassende -Variante, weil man hier wegen des verlorenen Krieges ein totalitäres Regime noch -ein paar Jahrzehnte verabscheuen wird, anders ist es z.B. in Russland, wo ich -aufgewachsen bin und meine ersten Lebensansichten von der Kultur aufgedrängt -bekommen habe, dem Land der „Helden und Sieger“\footnote{Es ist nicht mein -favorisierter Ausdruck, sondern eher die Volkseinstellung, mit der man oft -konfrontiert wird.}. Popper übertreibt -übermäßig den Wert der Freiheit, weil das Blut in Freiheitskämpfen in seltesten -Fällen für die Freiheit vergoßen wurde. Ein Freiheitskampf innerhalb eines -Landes wird gerne angefangen, wenn es den Menschen an Brot fehlt. Diese -Anmerkung macht auch deutlich, worum es einem in der Geschichte geht. In -Russland zeigt sich daher wegen eines schlecht organisierten Sozialsystems und -starker Korruption, dass man sich von der Freiheit nicht sättigen und nicht -seinen Durst mit ihr stillen kann. Einerseits wollen einige Angehörige der -orthodoxen Kirche, die gewissen Einfluss hat, einen Monarchen, einen orthodoxen -Zaren, andererseits vergöttern viele die Sowjetjunion und selbst solche Tyrannen -wie Stalin. Wie gesagt, Stalin ist kein Tyrann im Sinne Hitlers, nur dank ihm -sei der Sieg im Krieg möglich gewesen und es wird ernsthaft bezweifelt, dass das -moderne demokratische Russland einen derartigen Freiheitskampf gegen fremde -Eroberer aushielte. Jährlich treten die Veteranen am 9. -Mai\footnote{Siegestag im Zweiten Weltkrieg, gesetzlicher Feiertag.} auf und berichten, wieviel -besser es in der Sowjetunion war, weil es Ordnung gegeben habe. Es offenbart -sich eine ganz andere Wahrnehmung des Totalitarismus, die selbst dadurch nicht -verhindert wird, dass es nicht ganz klar ist, ob mehr Menschen im Krieg -gestorben sind oder von der eigenen Regierung hingerichtet wurden. - -Aus dem oben angeführten Beispiel kann man ablesen, dass die Menschheit die -Freiheit nicht um der Freiheit willen anstrebt, dass sie keinen unbedingten Wert -hat. Außerdem war Hegel anscheinend der Ansicht, dass ein politisches System -besser als das andere sein kann (sonst wären seine Ausführungen bezüglich der -konstitutionellen Monarchie sinnlos). Aber bei uns herrscht nun Demokratie und -sie ist keine neue Regierungsform, also kann man nicht sagen, dass Hegel von ihr -nichts wusste und sie deswegen nicht bevorzugte. Die westliche Demokratie ist -lediglich besser als die antike, sie stellt aber nichts Neues dar. Eine Tyrannis -ist auch nicht jeder Tyrannis gleich (hier ist das Wort Monarchie angemessener, -weil „Tyrannis“ in der modernen Sprache einen negativen Nachklang hat). Jetzt -kann man darüber nachdenken, ob die Geschichte nicht etwas kreisförmig ist. Die -Regierungsformen ersetzen einander, sie tanzen in einem ewigen Tanz um die -Menschen herum, kommen in einer besseren Gestalt und gehen wieder. - -\subsection{Das Menschenbild, das Recht und die Person} - -Hegels großes Verdienst ist, dass er in seiner Rechtsphilosophie diese -positive Entwicklung des Begriffs des Menschen, des Menschenbildes aufgespürt -und aufgedeckt hat. Unsere Vorstellung vom Menschen ist vollkommener, die -Menschenbilder früherer Zeiten verletzten in verschiedenen Aspekten eindeutig -die Menschenwürde, waren teilweise unverständlich und \textbf{nicht befreit}. -Dann ist es von Hegel aufgezeigt worden, wie ein Menschenbild im Recht -verankert wird und wie sie einander offenbaren. Allerdings hat Hegel daraus -Schlüsse gezogen, die nicht mehr nachweisbar sind. So unterschied er zwischen -der Sittlichkeit und der Moralität\footcite[Vgl.][215 f]{thought}, -wobei sein Plan zu beweisen, dass der Staat an sich sittlich sei, fehlgeschlagen -ist. Er konnte nicht seinen Weg bis zum Ende gehen, seinen Überzeugungen bis zum -Letzten folgen und behauptete von Staaten, die seiner Vorstellung nach doch -unsittlich waren, dass sie unvernünftig seien, wobei das Maß dieser Vernünftigkeit -Hegels eigener Willkür entsprang und keine objektive Einheit darstellt. Man kann die -Sittlichkeit von der Moralität nicht eindeutig trennen. Zum Anderen kann man -weder vom Recht auf die Sittlichkeit bzw.\ Moralität schließen, noch von der -politischen Freiheit auf die praktische, der menschlichen Würde entsprechende -Freiheit. Insofern wird ein menschliches Staatsideal immer mehr im modernen -Staat verkörpert, aber es hat sehr bestreitbaren Einfluss auf die einzelne -Persönlichkeiten, Bürger dieses Staates. diff --git a/themes/posts/2013/08/katja-m.tex b/themes/posts/2013/08/katja-m.tex deleted file mode 100644 index f53a120..0000000 --- a/themes/posts/2013/08/katja-m.tex +++ /dev/null @@ -1,52 +0,0 @@ ---- -layout: post -date: 2013-07-05 04:15:00 -tags: Gedicht -title: Der Himmel blutet spät am Abend… -teaser: | - <p> - Der Himmel blutet spät am Abend,<br> - das Heer im Schweigen kehrt zurück.<br> - Der Feldherr ruft sich selber tadelnd:<br> - „Es fehlte noch ein kleines Stück!“ - </p> - <p> - Der Gegner kann sich auch nicht freuen:<br> - Nur zu beweinen ist der Sieg,<br> - zu viele sind nun zu bereuen,<br> - zu vieles einem stiehlt ein Krieg. - </p> - <p> - Ich habe selbst die Ruh gebrochen,<br> - der erste Schlag ist immer mein.<br> - Ich wollte nicht, dass sie gehorchen,<br> - mein Herz gleichgültig war wie’n Stein. - </p> - <p> - Ich wollte später mich schon beugen,<br> - mein Volk hätt’ dann ’nen weisen Herrn,<br> - der ist den meisten überlegen,<br> - den mag ich selber äußerst gern. - </p> ---- -\textit{Katja M. S. B.} - -Der Himmel blutet spät am Abend,\\ -das Heer im Schweigen kehrt zurück.\\ -Der Feldherr ruft sich selber tadelnd:\\ -„Es fehlte noch ein kleines Stück!“ - -Der Gegner kann sich auch nicht freuen:\\ -Nur zu beweinen ist der Sieg,\\ -zu viele sind nun zu bereuen,\\ -zu vieles einem stiehlt ein Krieg. - -Ich habe selbst die Ruh gebrochen,\\ -der erste Schlag ist immer mein.\\ -Ich wollte nicht, dass sie gehorchen,\\ -mein Herz gleichgültig war wie’n Stein. - -Ich wollte später mich schon beugen,\\ -mein Volk hätt’ dann ’nen weisen Herrn,\\ -der ist den meisten überlegen,\\ -den mag ich selber äußerst gern. diff --git a/themes/posts/2013/11/de-fortuna.tex b/themes/posts/2013/11/de-fortuna.tex deleted file mode 100644 index 22708fb..0000000 --- a/themes/posts/2013/11/de-fortuna.tex +++ /dev/null @@ -1,9 +0,0 @@ ---- -layout: post -date: 2013-11-14 06:53:00 -tags: Aufzeichnungen eines Pessimisten -title: De fortuna ---- -\emph{Sapientia Sciurus:} Viel Glück zu deiner Prüfung! - -\emph{Ich:} Es ist kein Kartenspiel. diff --git a/themes/posts/2013/12/gute-nacht-mein-lieber-schatz.tex b/themes/posts/2013/12/gute-nacht-mein-lieber-schatz.tex deleted file mode 100644 index 0d96e20..0000000 --- a/themes/posts/2013/12/gute-nacht-mein-lieber-schatz.tex +++ /dev/null @@ -1,30 +0,0 @@ ---- -layout: post -date: 2013-12-28 08:34:00 -tags: Gedicht -title: Gute Nacht, mein lieber Schatz! -teaser: | - <p> - Gute Nacht, mein lieber Schatz,<br> - lass mein’ Stern dich nun bewachen,<br> - deinen Schlaf erholsam machen.<br> - Schlafe schön, mein gold’ner Schatz! - </p> - <p> - Guten Morgen, lieber Schatz,<br> - siehst du schon die Sohne gähnen?<br> - Sie wird deinen Tag erwärmen,<br> - gibt dir einen heißen Schmatz! - </p> ---- -\textit{Katja M. S. B.} - -Gute Nacht, mein lieber Schatz,\\ -lass mein’ Stern dich nun bewachen,\\ -deinen Schlaf erholsam machen.\\ -Schlafe schön, mein gold’ner Schatz! - -Guten Morgen, lieber Schatz,\\ -siehst du schon die Sohne gähnen?\\ -Sie wird deinen Tag erwärmen,\\ -gibt dir einen heißen Schmatz! diff --git a/themes/posts/2013/12/liebste-hast-du-selber-nicht-gesagt-wie.tex b/themes/posts/2013/12/liebste-hast-du-selber-nicht-gesagt-wie.tex deleted file mode 100644 index 575f4fa..0000000 --- a/themes/posts/2013/12/liebste-hast-du-selber-nicht-gesagt-wie.tex +++ /dev/null @@ -1,17 +0,0 @@ ---- -layout: post -date: 2013-12-19 14:38:00 -tags: Gedicht -title: Liebste, hast du selber nicht gesagt? -teaser: | - <p> - Liebste, hast du selber nicht gesagt,<br> - wie wunderbar ist Menschenleben,<br> - dass kein Gewitter, kein Erdbeben<br> - es jemals übler, grauer macht? - </p> ---- -Liebste, hast du selber nicht gesagt,\\ -wie wunderbar ist Menschenleben,\\ -dass kein Gewitter, kein Erdbeben\\ -es jemals übler, grauer macht? diff --git a/themes/posts/2013/12/weihnachtslied.tex b/themes/posts/2013/12/weihnachtslied.tex deleted file mode 100644 index f5461be..0000000 --- a/themes/posts/2013/12/weihnachtslied.tex +++ /dev/null @@ -1,57 +0,0 @@ ---- -layout: post -date: 2013-12-01 14:27:00 -tags: Gedicht -title: Weihnachtslied -teaser: | - <p> - Wunder geschieht in der heiligen Nacht:<br> - Oben im Himmel der Stern<br> - leuchtet uns strahlend in göttlicher Pracht,<br> - führt zu der Krippe des Herrn. - </p> - <p> - Halleluja, Ehre dem ewig’n Sohn!<br> - Halleluja, Erde ist Gottes Thron! - </p> - <p> - Gott, der das Seiende machtvoll bewahrt,<br> - Engel sind ihm unterworf’n,<br> - hat seine Gnade dem Mensch offenbart,<br> - gibt ihm das Glück und das Hoff’n. - </p> - <p> - Unsere Speise das göttliche Wort,<br> - geistlicher Durst wird gestillt;<br> - Beten zu Christus an jeglichem Ort —<br> - er ist barmherzig und mild. - </p> - <p> - Freut euch ihr Menschen, es juble das Volk!<br> - Alle, die holdselig kam’n,<br> - singen dem Kinde das ewige Lob,<br> - preisen für immer sein’ Nam’n! - </p> ---- -Wunder geschieht in der heiligen Nacht:\\ -Oben im Himmel der Stern\\ -leuchtet uns strahlend in göttlicher Pracht,\\ -führt zu der Krippe des Herrn. - -Halleluja, Ehre dem ewig’n Sohn!\\ -Halleluja, Erde ist Gottes Thron! - -Gott, der das Seiende machtvoll bewahrt,\\ -Engel sind ihm unterworf’n,\\ -hat seine Gnade dem Mensch offenbart,\\ -gibt ihm das Glück und das Hoff’n. - -Unsere Speise das göttliche Wort,\\ -geistlicher Durst wird gestillt;\\ -Beten zu Christus an jeglichem Ort —\\ -er ist barmherzig und mild. - -Freut euch ihr Menschen, es juble das Volk!\\ -Alle, die holdselig kam’n,\\ -singen dem Kinde das ewige Lob,\\ -preisen für immer sein’ Nam’n! |
