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authorEugen Wissner <belka@caraus.de>2025-10-14 19:15:51 +0200
committerEugen Wissner <belka@caraus.de>2025-10-14 19:15:51 +0200
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--- /dev/null
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@@ -0,0 +1,59 @@
+---
+layout: post
+date: 2021-01-18 08:09:45
+tags: Aufzeichnungen eines Pessimisten
+title: Schuld
+teaser: |
+ <p>Der ästhetische Mensch kennt keine Schuld, weil er sein Leben seinen
+ Leidenschaften allein widmet, ohne Rücksicht auf etwas anderes zu nehmen. Er
+ bereut nichts, fühlt sich nicht schuldig. In den von Victor Eremita
+ herausgegebenen Papieren findet sich die Ansicht, dass die Schuld dem
+ Individualismus entspringt. Ein Individuum kann nicht mehr sein Schicksal,
+ seinen Stamm und dessen Götter für sein Leid verantwortlich machen. Das
+ Individuum ist alleine seines Glückes Schmied. Diese Verantwortung, alles
+ unter Kontrolle zu haben, ist kaum zu ertragen. Das Religiöse bringt Erlösung
+ und befreit mittels eines Ritus von der individuellen Schuld.</p>
+---
+Der ästhetische Mensch kennt keine Schuld, weil er sein Leben seinen
+Leidenschaften allein widmet, ohne Rücksicht auf etwas anderes zu nehmen. Er
+bereut nichts, fühlt sich nicht schuldig. In den von Victor Eremita
+herausgegebenen Papieren findet sich die Ansicht, dass die Schuld dem
+Individualismus entspringt. Ein Individuum kann nicht mehr sein Schicksal,
+seinen Stamm und dessen Götter für sein Leid verantwortlich machen. Das
+Individuum ist alleine seines Glückes Schmied. Diese Verantwortung, alles
+unter Kontrolle zu haben, ist kaum zu ertragen. Das Religiöse bringt Erlösung
+und befreit mittels eines Ritus von der individuellen Schuld.
+
+Nietzsche stellt dieses Verhältnis vom Ästethischen und Religiösen auf den
+Kopf und sagt, dass die Schuld erst durch das Religiöse in die Welt kommt.
+„Nur aesthetisch giebt es eine Rechtfertigung der Welt. Gründlicher
+Verdacht gegen die Moral (sie gehört mit in die Erscheinungswelt).“
+(Friedrich Nietzsche. Kritische Studienausgabe, 2 [110], Zur „Geburt der Tragödie“).
+
+Dem modernen Menschen ist das Religiöse genauso fremd wie das Ästhetische,
+deswegen steckt er zwischen diesen 2 Stadien, im Ethischen: sei ein treuer
+Freund, ein guter Familienmensch, ein rechtschaffener Bürger. Aber kein
+Mensch ist unfehlbar. Und man verschuldet sich immer mehr und schämt sich
+dafür, was er getan oder nicht getan hat.
+
+Eine neue Weisheit lehrt, dass wir an unserem Leid selbst schuld sind,
+weil wir falsch denken. So versuchen wir richtig zu denken
+und unser Leid unter Bergen eingeprägter Parolen zu vergraben: „Hauptsache
+glücklich sein“, „weniger denken“, „sei du selbst“, „denke positiv“.
+
+Das moderne Ethische hat keine Begründung, keinen Halt. Es ist einfach da,
+ab dem Moment, in dem unsere Mutter uns verbietet, Finger in eine
+Steckdose zu stecken, bis zum Moment, in dem wir unsere krankhaften Augen
+eines Morgens vor Scham und Schmerzen nicht mehr öffnen können. Dieses Herumirren
+im Ozean des Ethischen haben wir irrtümlicherweise als Freiheit oder freie
+Entfaltung bezeichnet. So sind wir entweder daran schuld, dass wir keine
+rechtschaffenen Bürger, guten Nachbarn, treuen Ehegatten sind, daran, dass wir
+nicht normal sind; oder eben daran, dass wir rechtschaffene Bürger, gute
+Nachbarn, treue Ehegatten sind, daran, dass wir normal sind (denn wir seien dann
+offensichtlich nicht wir selbst, sondern wir spielen eine Gesellschaftsrolle).
+„Heirate, du wirst es bereuen; heirate nicht, du wirst es auch bereuen;
+entweder du heiratest oder du heiratest nicht, du bereust beides.“
+(„Entweder-Oder“, Sören Kierkegaard). So versucht der Mensch
+glücklich zu sein und scheitert, und fühlt sich deswegen schuldig, weil
+die wahre Glückseligkeit nach Plato unabhängig von allen äußeren Faktoren
+sei, und verzweifelt daran, dass er nicht stark genug sei, glücklich zu sein.
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index 0000000..84703d2
--- /dev/null
+++ b/themes/posts/2021/08/stalin-lenin-1923.tex
@@ -0,0 +1,24 @@
+---
+layout: post
+date: 2021-08-18 11:00:00
+tags: Übersetzung
+title: Ein Witz über die Corona-Politik und die bevorstehenden Wahlen
+teaser: |
+ <p>Lenin und Stalin treffen sich im Jahre 1923.</p>
+---
+Lenin und Stalin treffen sich im Jahre 1923.
+
+\textbf{Stalin:} Genosse Lenin, die Partei ist sehr besorgt um Ihre Gesundheit. Wie geht
+es Ihnen?
+
+\textbf{Lenin:} Es geht mir, Genosse Stalin, übelst schlecht. Dr\@. Obuch sagt, dass ich
+wahrscheinlich bald sterben würde. Ich weiß nicht, mein Freund, wem ich die
+Macht übergeben soll.
+
+\textbf{Stalin:} Ich denke, mir, Genosse Lenin.
+
+\textbf{Lenin:} Ich befürchte, Genosse Stalin, dass das Volk Ihnen nicht folgen wird.
+
+\textbf{Stalin:} Dann wird es Ihnen folgen, Wladimir Iljitsch.
+
+\textbf{Quelle:} Городок.
diff --git a/themes/posts/2021/10/bist-du-einer-unter-netten.tex b/themes/posts/2021/10/bist-du-einer-unter-netten.tex
new file mode 100644
index 0000000..02ba27c
--- /dev/null
+++ b/themes/posts/2021/10/bist-du-einer-unter-netten.tex
@@ -0,0 +1,17 @@
+---
+layout: post
+date: 2021-10-07 09:00:00
+tags: Gedicht
+title: Bist du einer unter Netten?
+teaser: |
+ <p>
+ Bist du einer unter Netten?<br>
+ rauchst Elektrozigaretten,<br>
+ isst Sojafleisch, trinkst Kindersekt?<br>
+ Ist gar nichts echt, was dir noch schmeckt?
+ </p>
+---
+Bist du einer unter Netten?\\
+rauchst Elektrozigaretten,\\
+isst Sojafleisch, trinkst Kindersekt?\\
+Ist gar nichts echt, was dir noch schmeckt?