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tags: Gedicht
title: Das alte, neu erzählte Märchen
teaser: |
- Mein Dad schuf neu die alten Märchen:<br>
- von einem sonderbaren Mädchen,<br>
- von ihrem Prinzen und dem Reiche,<br>
+ Mein Dad schuf neu die alten Märchen: //
+ von einem sonderbaren Mädchen, //
+ von ihrem Prinzen und dem Reiche, //
in ihm sind tiefe Honigteiche.
- Von Wesen, die im Walde leben:<br>
- von Spinnen, die dort Schlösser weben,<br>
- von Basilisken und Chimären<br>
+ Von Wesen, die im Walde leben: //
+ von Spinnen, die dort Schlösser weben, //
+ von Basilisken und Chimären //
und Satyrn, Hexen, Drachen, Bären.
- Im Reiche gibt es Königsritter<br>
- und armes Fräulein Margareta.<br>
- Erzähltest du ein wahres Märchen<br>
+ Im Reiche gibt es Königsritte //
+ und armes Fräulein Margareta. //
+ Erzähltest du ein wahres Märchen //
von jenem wunderbaren Mädchen,
- von ihrem Prinzen und dem Reiche,<br>
- in dem die tiefsten Honigteiche,<br>
- von grünen, zauberhaften Wiesen<br>
+ von ihrem Prinzen und dem Reiche, //
+ in dem die tiefsten Honigteiche, //
+ von grünen, zauberhaften Wiesen //
und wilden, grauenvollen Riesen?
- Und was, wenn’s stimmt, was Leute sagen,<br>
- die jedes Märchen hinterfragen?<br>
- Es gibt, sie sagen, keine Ritter<br>
+ Und was, wenn’s stimmt, was Leute sagen, //
+ die jedes Märchen hinterfragen? //
+ Es gibt, sie sagen, keine Ritte //
und keine arme Margareta.
- Wie soll ich denn noch weiter leben,<br>
- wenn alle Sagen langsam sterben?<br>
- Erzähl mir deine neuen Märchen,<br>
+ Wie soll ich denn noch weiter leben, //
+ wenn alle Sagen langsam sterben? //
+ Erzähl mir deine neuen Märchen, //
vom allerschönsten Menschen, Gretchen!
- Ich werd’ sie unter Menschen säen,<br>
- Ich pflege sie und schütz’ vor Krähen.<br>
- Man wird sie eines Tages pflücken<br>
+ Ich werd’ sie unter Menschen säen, //
+ Ich pflege sie und schütz’ vor Krähen. //
+ Man wird sie eines Tages pflücken //
und als den Trank des Lebens schlücken.
- Sag, kann ein Märchen mich berauben,<br>
- da ich an die erzählten nicht mehr glaube?<br>
- Bringst du mir bei, wie ich sie dichte,<br>
+ Sag, kann ein Märchen mich berauben, //
+ da ich an die erzählten nicht mehr glaube? //
+ Bringst du mir bei, wie ich sie dichte, //
wie ich die Welt des Traumes richte.
- Mein Vater, sag, dass ich noch lebe,<br>
- dass ich nur bloß im Traume schwebe,<br>
- ich werd’ die alte Welt vernichten<br>
+ Mein Vater, sag, dass ich noch lebe, //
+ dass ich nur bloß im Traume schwebe, //
+ ich werd’ die alte Welt vernichten //
und sie dann neu, ganz neu umdichten!
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Der innere Gehalt mag nietzscheanisch geprägt sein. Die Idee für das Gedicht